geben ist, sondern wie zugleich das Höhere und Bes-sere an ihnen durch die ernsten Torheiten der Zeitverschoben und verfratzt wird, so daß ihnen alles,was zur Sehgkeit führen sollte, zur Verdammniswird, unsäglichen äußeren Drang nicht gerechnet,so wundert man sich nicht über Untaten, durch wel-che der Mensch gegen sich selbst und andere wü-tet.” - Wir kennen das alles: die Verfratzung desHöheren und Besseren an den jungen Leuten, denunsäglichen äußeren Drang und auch die Untaten.Altersschüchternheit soll uns nicht hindern, dieDinge beim Namen zu nennen.
Derselbe Sechziger sagt ein andermal: „Das jungeVolk hört nicht mehr. Zum Hören gehört freilichauch eine besondere Bildung.” - Bildung! DasHohngelächter einer ganzen Generation antwortetdem Wort. Es gilt, versteht sich, dem Lieblings-Terminus hberaler Bürgerlichkeit, - als ob Bildungim Ernste nichts anderes wäre als eben dies: Libera-lismus und Bürgerlichkeit. Als ob sie nicht das Ge-genteil der Roheit und menschlichen Armut bedeu-tete und das Gegenteil der Faulheit dazu, einer elen-den Schlaffheit, die elende Schlaffheit bleibt, auchwenn sie sich noch so stramm gebärdet, - mit einemWort: als ob Bildung als Form, als Wille zur Frei-heit und Wahrheit, als gewissenhaft geführtes Leben,als unendliche Bemühung nicht die moralischeZucht selber wäre!
Ich liebe ein Altersgedicht Goethes, das mit denWorten beginnt:
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