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Achtung, Europa! : Aufsätze zur Zeit
Entstehung
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über das, was nach ihm kam, vorzustellen vermag.Das Gedankenexperiment, so gern man es anstellenmag, erweist sich als undurchführbar und müßig;die Stellungnahme eines aus der Zeit Gerufenen zurZeit ist eine nicht nur physische, sondern auch gei-stige Unmöglichkeit. Auf ihrer Zeitentrücktheit be-ruht die Distinktion der Toten, die einem Dichterdas Wort eingab:Ein toter Bettelmann ist vorneh-mer als ein lebendiger König. Aber auch das Lebenhat seine Vornehmheit, denn es ist eine wählendeMacht, und die Tatsache selbst, daß es uns in der Zeit,der Welt der Entwicklungen hält, bedeutet die bio-logische Autorisation und natürliche Berufung zumMitreden in irdischen Angelegenheiten: wir sind mitunserem Urteil zuständig in dieser Zeitlichkeit, unddaß wirdie Welt nicht mehr verstünden, hat alsMundverbot so wenig Sinn wie als freiwillige Ab-dankung.

So sind niemals sehende und sorgende Menschenvor scharfen Urteilen über die junge Mitwelt ihresAlters zurückgeschreckt, nur weil sie eben alt waren.Diese Urteile mochten ja trotzdem richtig sein. Goe-thes Altersbekenntnis, daß er die Jugend herzlich he-be und sich selbst, da er noch jung gewesen, auchviel lieber gehabt habe als jetzt, steht mitten zwi-schen Äußerungen, die seine Ungeduld mit demneuen Geschlecht, seinen Unglauben an dieses nichtverhehlen.Wenn man sieht, schreibt er 1812,wie die Welt überhaupt und besonders die junge,nicht allein ihren Lüsten und Leidenschaften hinge-

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