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Goethe und Tolstoi : [Vortrag, zum erstenmal gehalten September 1921 anläßlich der Nordischen Woche zu Lübeck]
Entstehung
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^n Weimar lebte noch ;u Anfang unseres Jahrhundertsein Mann, Julius Stöterer mit Namen und Lehrer feinesZeichens, der, als er noch ein Schüler, ein Gymnasiast vonl b Zähren war, mit Or. Lckermann unter demselben Dachewohnte, nur wenige Schritte von Goethes Hause. An derLeite eines Schulkameraden, der mit ihm logierte, erhaschteLtöterer manchmal mit Herzklopfen einen Schimmer undSchatten von der Gestalt des Greises, wenn dieser an seinemZensier sah. Aber beseelt von dem Wunsche, ihn einmal rechtaus der Nähe und gan; genau ;u sehen, wandten sich dieZungen an ihren Hausgenossen, den Zamulus, und baten ihnsehr, ihnen eine solche Gunst doch irgendwie ?u verschaffen.Lckermann war freundlich von Natur; er lieh die Knaben aneinem Lommertage durch eine Hintertür in den Garten desberühmten Hauses ein, und da standen sie nun in ihrer Be-klommenheit und warteten auf Goethe, der denn auch ;u ihremSchrecken wirklich daherkam: in einem Hellen Hausrock —es wird wohl der Zlanell-Schlasrock gewesen sein, von demwir wissen — erging er sich hier um diese Stunde, und da erder Zünglinge ansichtig wurde, schritt er auf sie M, blieb, nachLau de Lologne duftend, natürlich die Hände auf dem Rücken,mit vorgeschobenem Unterleib und jener Miene eines Neichs-stadt-Sgndikus, hinter der er, wie glaubwürdig bezeugt ist,Berlegenheit verbarg, vor ihnen stehen und fragte sie nachNamen und Begehr — wahrscheinlich nach beidem zugleich,was, wenn es so geschah, wiederum sehr streng wirkte und

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