kaum zu beantworten war. Da sie denn etwas gestammelthatten, empfahl ihnen der Alte, fleißig in ihren Studien zusein, was sie sich dahin übersetzen mochten: rötlicher, als hierMaulaffen feilzuhalten, sei es für sie, sich hinter ihre Schul-aufgaben zu setzen — und ging weiter.
So lief das ab — es war im Fahre 1828. — Drei-unddreißig (Zähre später, eines Mittags um 1 Uhr, wollteStöterer, der unterdessen ein tüchtiger, seinem Berufe in Liebeergebener Mittelschullehrer geworden war, eben den Unter-richt in der Weiten Klasse beginnen, als ein Schüler desSeminars den Kopf durch die Tür steckte und meldete, einFremder wünsche Herrn Stöterer zu sehen. Dieser Fremdetrat denn auch ohne weiteres ein, bedeutend jünger als derLehrer, mit nicht sehr starkem Vollbart, vortretenden Backen-knochen, kleinen, grauen Augen und einem Paar FaltenWischen den dunklen Brauen. Lr unterließ es, sich aus-zuweisen oder vorzustellen, sondern fragte sofort, worin heutenachmittag unterrichtet werde; und als er erfuhr, daß erstGeschichte, dann deutsche Sprache daran sei, fand er dasausgezeichnet und sagte, er habe die Schulen von Lüddeutsch-land, Frankreich und England besucht und möchte nun auchdie von Norddeutschland kennen lernen. Lr sprach wie einDeutscher. Man mußte ihn für einen Lehrer halten, aufGrund der sachkundigen und interessierten Fragen und Äuße-rungen, die er tat, indem er beständig Aufzeichnungen in seinNotizbuch machte. Lr wohnte der Schulstunde bei. Als dieKinder einen Aufsatz, einen Brief über irgend ein Lhemain ihre Hefte geschrieben hatten, verlangte der Fremde, die„Kompositionen" mitnehmen und behalten zu dürfen; sieseien für ihn von größtem Interesse. Das fand nun Stötererdenn doch naiv. Und wer entschädigte die Kinder für ihreSchreibhefte? Weimar war eine arme Stadt. . Lr äußertesich höflich in diesem Sinn. Aber der Fremde erwiderte,da könne Rat geschaffen werden, und ging hinaus. Stöterer
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