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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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hat, die neue Atmosphäre zu schaffen. Einmal vermutet er,daß in der kommenden Welt seiner Vision die religiösenKräfte immer noch stark genug sein könnten zu einer ästhe-tischen Religion ä la Buddha, welche über die Unterschiededer Konfessionen hinwegstriche und die Wissenschafthätte nichts gegen ein neues Ideal.Aber allgemeine Men-sdienliebe", fügt er vorsorglich hinzu,wird es nicht sein!" Und wenn es nun gerade dies wäre? Es brauchte dieoptimistisch-idyllische Liebe zumMenschengeschlecht"nicht zu sein, der das achtzehnte Jahrhundert sanfte Tränenweihte und der übrigens die Gesittung ungeheuere Fort-schritte verdankt. Wenn aber Nietzsche verkündete:Gottist tot" ein Beschluß, der für ihn das schwerste aller Opferbedeutete zu wessen Ehrung, zu wessen Erhöhung tat eres, als zu der des Menschen? Wenn er Atheist war, wenner es zu sein vermochte, so war er es, und klinge das Wortnoch so pastoralempflndsam, aus Menschenliebe. Er mußes sich gefallen lassen, ein Humanist genannt zu werden,wie er es dulden muß, daß man seine Moralkritik als eineletzte Form der Aufklärung begreift. Die überkonfessio-nelle Religiosität, von der er spricht, kann ich mir nichtanders vorstellen als gebunden an die Idee des Menschen,als einen religiös fundierten und getönten Humanismus,der, vielerfahren, durch vieles hindurchgegangen, allesWissen ums Untere und Dämonische hineinnähme in seineEhrung des menschlichen Geheimnisses. ,

Religion ist Ehrfurcht, die Ehrfurcht zuerst vor dem Ge-heimnis, das der Mensch ist. Sofern es um neue Ordnung,neue Bindung, die Anpassung der menschlichen Gesell-schaft an die Erfordernisse der Weltstunde geht, ist gewiß

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