nach nazistischer Befreiung nicht verlangt hatten.Auch hier wäre es, wie alles lag, wohl möglich, manmöchte sagen: geboten gewesen, für die Ausführungdessen, was man zuließ und zuzulassen längst ent-schlossen gewesen war, wenigstens gewisse Anstands-regeln aufzustellen und ihre Einhaltung durchzusetzen.Man unterließ es großzügig. Man enthält sich auchjeder Einmischung auf die krankhaften Entschlüsse desgebrochenen und sich selbst entfremdeten tschechoslo-vakischen Staates, der in seiner neuen Eigenschaft alsfascistisches Anhängsel des Hitler-Reiches die deut-schen Emigranten anweist, binnen achtundvierzigStunden (ohne Pass) das Land zu verlassen, bei Gefahr,an Deutschland ausgeliefert zu werden. Es hat seinesonderbaren Schwierigkeiten, sich in das Seelenlebendieser britischen Staatsmänner zu versetzen, die, ge-wissenhaft nur im Klassen- und Interessendienst, in ihrenClubzimmern, Regierungsbureaus und Wochenend-Landhäusern von keiner Gewissensregung angefochtenwerden angesichts des zehntausendfachen individuellenElends, das bei ihren wohlweisen Kalkulationen nuneinmal mitunterläuft.
Die Geschichte des Verrates der europäischen Demo-kratie an der tschechoslovakischen Republik, der Dar-bringung dieses der Demokratie verbundenen und aufsie vertrauenden Staates an den Fascismus, um ihn zuretten, ihn dauernd zu befestigen und sich seiner alseines Landsknechtes gegen Rußland und den Sozial-ismus zu bedienen, - diese Geschichte gehört zu den
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