bewußt, daß das geläufige Gleichnis eigentlich umzu-kehren sei: Der Damm, das war für das allgemeineBewußtsein und Unterbewußtsein der Fascismus unddas Abzudämmende sein demagogisch bestohlenerWiderpart, der Sozialismus, gegen welchen die ganzeschwärende Renitenz des bourgeoisen Europa sichrichtete, - während ich doch gerade in der Vereinigungdes bürgerlich-kulturerhaltenden Willens mit den sozi-alen Forderungen der W T eltstunde das Glücklich-Wün-schenswerte, die Rettung vor dem Kultur-Unglück derfascistischen Ueberwältigung sah.
Die psychologische Bereitschaft Europa’s für diefascistische Infiltration in politischer, moralischer, in-tellektueller Beziehung habe ich nicht unterschätzt.Was ich allerdings, und nicht ich allein, unterschätzthabe, war die Schnelligkeit, mit der der Prozeß sichvollziehen sollte, es war der ausschlaggebende Einfluß,den binnen weniger Jahre die fascistischen Sympathienin den demokratischen Ländern selbst gewinnen würden,und der in der tschechischen Krise auf eine nieder-schmetternde und übrigens höchst infame Weise an denTag gekommen ist. Die deutsche Emigration hat einfurchtbares Erlebnis mit denen gemeinsam, die inner-halb Deutschlands ihre Schmerzen und Hoffnungenteilten: Es war das qualvoll langsame, bis zum Äuß-ersten immer wieder verleugnete Gewahrwerden derTatsache, daß wir, die Deutschen der inneren und äuß-eren Emigration, Europa, zu dem wir uns bekannthatten und das wir moralisch hinter uns zu haben
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