Druckschrift 
Dieser Friede
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

glaubten, in Wirklichkeit nicht hinter uns hatten; daßdieses Europa den mehrmals in so greifbare Nähe ge-rückten Sturz der nationalsozialistischen Diktaturgarnicht wollte.

Die Marter des Werdeganges dieser Erkenntnis istUnbeteiligten nicht zu beschreiben. Sie war schlimmgenug, solange die Anzeichen der wahren Sachlage sichnoch im Negativen, Passiven hielten. Das - freilichveraltete - Souveränitätsprinzip der Staaten, der demo-kratische Grundsatz der Nicht-Einmischung in die in-neren Angelegenheiten anderer Länder verhinderte einEinschreiten Europas gegen das, was in Deutschlandgeschah, und was freilich für das sittliche Leben desErdteils und für den Frieden so gefährlich schien, - daswar begreiflich. W T ir zwangen uns, es begreiflich zufinden, obgleich wir - und dieswir bedeutet immerdie deutsche Opposition extra et intra muros - einigeEnttäuschung vor uns selbst nicht verbergen konnten.Ein Staat, der auf dem Gangsterstreich des Reichstags-brandes nebst dem unsäglichen Sumpf des nachfol-genden Prozesses beruhte; ein Staat, der sich im Innerenaufführte, wie es aller Welt vor Augen lag, und dernach außen eine so offenkundige Bedrohung der euro-päischen Ordnung und des Friedens bedeutete, - wieleicht wäre es anfangs und später immer wieder - etwanach den Juni-Greueln von 1934 - gewesen, ihn diplo-matisch zu isolieren, das Regime im Lande unmöglichzu machen und so das Deutschland, das man zu lieben,zu achten vorgab, von seinen Peinigern und Erniedrigern

10