grenzenlos willfähriges, von keinem kritischen Gedankenangekränkeltes, in blinde und fanatische Unwissenheitgebanntes Kriegsinstrument aus ihm zu machen. Einenanderen Sinn und Zweck, eine andere Entschuldigungkann dieses System nicht haben; alle Opfer an Freiheit,Recht, Menschenglück, eingerechnet die heimlichen undoffenen Verbrechen, die es ohne Bedenken auf sich ge-nommen hat, rechtfertigen sich allein in der Idee derunbedingten Ertüchtigung zum Kriege. Sobald der Ge-danke des Krieges dahinfiele, als Zweck seiner selbst,wäre es nichts weiter mehr als Menschheitsschinderei —es wäre vollkommen sinnlos und überflüssig.
Die Wahrheit zu sagen: es ist dies beides, sinnlosund überflüssig, — nicht nur, weil man ihm den Kriegnicht erlauben wird, sondern weil es selbst in Ansehungseiner Leitidee, der absoluten und »totalen« Kriegs-ertüchtigung, das Gegenteil von dem bewirkt, was esanstrebt. Kein Volk der Erde ist heute so wenig in derVerfassung, so ganz und gar untauglich, den Krieg zubestehen, wie dieses. Daß es keinen Verbündeten habenwird, nicht einen einzigen in der Welt, ist das erste, dochdas geringste. Deutschland würde allein sein, furchtbargewiß immer noch in seiner Verlassenheit; aber diese wärefurchtbarer, denn es wäre eine Verlassenheit auch vonsich selbst. Geistig reduziert und erniedrigt, moralischausgehöhlt, innerlich zerrissen, in tiefem Mißtrauen gegenseine Führer und alles, was sie durch Jahre mit ihm an-gestellt, tief unheimlich sich selber, zwar unwissend, aberübler Ahnungen voll, würde es in diesen Krieg gehen —nicht in dem Zustande von 1914, sondern, selbst phy-
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