gerufen, zwanzig, einundzwanzig Männer im ganzen, vondenen immer achte die Bahre trugen, indes die übrigen dasGefolge bildeten. Sonst gab es keines.
So langte man an beim alten Friedhof, an dessen Mauer,gleich rechts vom Eingang, das sogenannte Kassengewölbelehnte, ein kleines, altes, graues, fensterloses Gebäude mitspitzem, schwarzem Dach und einer Gitterpforte, die indas finstere, mit einer Falltür versehene Innere führte. DasGrufthäuschen trugen seinen Namen, weil es dem Land-schaftskassen-Collegium gehörte. Hier traten der Toten-gräber und seine Gehilfen heran und übernahmen denSarg, auf den einen Augenblick der Schein des aus eilendenWolken tretenden und gleich sich wieder verbergendenMondes fiel. In den Bäumen, im Dachwerk der nahenFriedhofskirche rauschte und rasselte der Wind. Vermut-lich folgten die Herren den Totengräbern zur Gruft, so-weit das Geviert um die Falltür ihnen Platz bot. Diekreischte beim Auftun in ihren verrosteten Angeln. DerSarg wurde in Seile gesetzt und in die Tiefe hinabgelassen,bis er Grund, irgendwelchen Grund fand, zwischen ande-ren Schreinen oder auf ihnen. Über der Modernacht, in derer versunken, schloß sich der Deckel. Es war Mitternachts-stunde, die erste des dritten Tages nach Schillers Ver-scheiden.
Verweilten die Herren noch ein paar Minuten entblöß-ten Hauptes und in stillem Gebet, bevor sie gingen? Ichdenke mir’s. Jedenfalls war dies das ganze Begängnis. Keinmilder Laut von Musik, kein Wort aus Priester- oderFreundesmund, von Kranzspenden und Lorbeer nichts.Man liest, so ohne Umstände sei es brauchweise zugegan-gen damals in Weimar bei Bestattungen, und am nächsten
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