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Ansprache im Schillerjahr 1955
Entstehung
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Teil m einer Natur noch einmal zusammen, wenn er auch beidieser Vtrfc'j£>mhui4 rein sollte aufgebraucht werden.

Große, empor-verlangende Seele! Wann sollte sie denn wohlganz frei,von allem Unrat der Wirklichkeit rein ge-waschen sein? Wann denn hienieden würde der ätherischeTeil seiner Natur sich flammend vom Menschen geschiedenhaben, um sich in diesem Gedicht zu verströmen? Die Idee istvöllig transzendent, dem Leben nicht angehörig, überirdisch,sie scheint einem seligen Geiste Vorbehalten. Der Mann derTaten hat in den zehn Jahren Erdenlebens, die ihm blieben, andas Gedicht seines Traumes niemals die Künstlerhand gelegt,obgleich er sichhöchsten Genuß davon versprach. Von demätherischen Teil seiner Natur hat er jedem der edelmütigen,wenn auch irdisch beschränkten Werke etwas vermacht, die erdem Leben noch gab, sodaß sie alle davon einen Schimmertragen. Aber der überirdische Werktraum von lauter Lichtund Freiheit zeigt, wohin seine letzte Sehnsucht ging: nachEntkleidung vom Irdischen, nach Verklärung.

Er glänzt uns vor, wie ein Komet entschwindend.Unendlich Licht mit seinem Licht verbindend.

Die Strophe, die diese Verse weihevoll beschließen, hat Goetheerst zehn Jahre nach des Freundes Tod dem Epilog zur Glockehinzugefügt. Aber schon das berühmte

Denn hinter ihm in wesenlosem ScheineLag, was uns alle bändigt, das Gemeine.

erwidert das hohe Sich-Unterordnen des Schillerschen Liebes-liedes vomGlück.

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