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Ansprache im Schillerjahr 1955
Entstehung
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Von Herkules willst nichts erwähnen?Die Antwort:

,.0 weh! Errege nicht mein Sehnen!

Ich hatte Phöbus nie gesehn,

Noch Ares, Hermes, wie sie heißen;

Da sah ich mir vor Augen stehn,

Was alle Menschen göttlich preisen.

So war er ein geborner König...

Wer ist dieser Herkules? Man glaubt es zu wissen, man weißes. Und daß Goethe den verewigten Freund im Bilde des Her-kules, des zu den Göttern erhobenen Mannes der zwölf Tatensah, läßt vermuten, daß er von dem Traume wußte, den Schil-ler lange gehegt hat: dem Traum einer olympischen Idylle,die dem Dichterals Höchstes vorschwebte, der Hochzeit desHerkules mit Hebe, der trankspendenden Göttin der Jugend. Inkeiner seiner Aufzeichnungen, so viel ich sehe, ist sie erwähnt.Aber wie tief ihn nach ihrer Ausführung verlangte, lehrt einBrief an Wilhelm von Humboldt , worin dies einzige Mal inhingerissener Mitteilung von j enem Arbeitstraum die Rede ist:im Jahre 1795,zehnJahrenochvordesDichtersTode.Fürmichist es die merkwürdigste, die enthüllendste und ergreifendsteStelle aus allen seinen Briefen. Von einer poetischen Darstellungspricht er da,alles Sterbliche aufgelöst, lauter Licht, lauterFreiheit, lauter Vermögen keinen Schatten, keine Schranke,nichts von dem allen mehr zu sehen... Eine Szene im Olympdarzustellen, welcher höchste aller Genüsse! Ich verzweiflenicht ganz daran, wenn mein Gemüt nur erst ganz frei undvon allem Unrat der Wirklichkeit recht rein gewaschen ist; ichnehme dann meine ganze Kraft und den ganzen ätherischen

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