sen, die dieser Sprache, besonders im Jugendwerk, eignet undzu größter Aufmerksamkeit nötigt, wenn man genau folgenwill. Das zeitgenössische Publikum fand den „Fiesco“ „zu ge-lehrt“. Das ist ein ungeschickter Ausdruck für einen Intellek-tualismus der Redeweise, ganz ungewohnt bisher auf demTheater, — so sehr, daß man sich eigentlich wundern muß,wieviel davon gleichwohl Volksgut geworden oder doch inden Mund der gebildeten Schicht übergegangen ist und sichbis heute, trotz aller Entfernung vom Literarisch-Klassischen,darin erhalten hat, — allerdings ganz vorwiegend aus den Vers-dramen ^ denn der Vers begünstigt die eingängig sentenziösePrägung.
Im übrigen sind die herrscherliche Virtuosität, mit derSchiller dem Jambus gebietet, der noble Wohlklang und Glanz,den er ihm verleiht, ohnegleichen. Er behandelt ihn mit sou-veräner Freiheit 5 es kommt ihm nicht darauf an, ihm sechsFüße zu geben, statt fünfen, oder ihn auf die Hälfte abzu-kürzen und das Silbenmaß aus den Fugen gehen zu lassen,wie in Theklas Klage um Max:
„Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde —“
Talbots berühmtes „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbstvergebens“ beginnt ungeniert mit einem Anapäst. —DrastischeRealismen finden sich, die ebenfalls virtuos wirken und denhohenTon äußerst wirksam verleugnen, so, wenn Wallensteinsagt: „Und — wohl erwogen, ich will es lieber doch nicht tun.“Oder: „Prag! Sei’s um Eger! Aber Prag? Geht nicht.“ OderMax Piccolomini: „Es kann nicht sein, kann nicht sein, kannnicht sein! Siehst du, daß es nicht kann!“ Oder Octavio zu ihm:„Max! Folg mir lieber gleich, das ist doch besser.“