nur immer zu bieten hat. Er nutzt seine zarte Gesundheit aus,um sich recht häufig ins Revier zu legen und im Bett heimlichan seinem Stück zu schreiben. Größte Heimlichkeit ist geboten,denn „die Neigung zur Poesie beleidigte die Gesetze des In-stituts“, — und was für eine Art Poesie ist das! Sein Vorsatz,den er einigen Freunden, einer kleinen Gruppe musisch ge-stimmter Kameraden, anvertraut, lautet: „Wirwollen ein Buchmachen, das durch den Henker absolut verbrannt werdenmuß.“ Den Jungen, wenn er ihnen daraus vorliest, steht derMund offen vor Staunen, was der riskiert.
Zwei Jahre nachdem er zu schreiben angefangen — die Aka-demie hat ihn entlassen, und er ist Stuttgarter Regiments-medikus —, liegt das henkerliche Manuskript fertig vor. Druk-ken, bewahre doch Gott einen jeden, will es kein Mensch. Ermuß Schulden machen, die ihn lange drücken werden, ein-hundertfünfzig Gulden, um es auf eigene Hand drucken zulassen. Die Aushängebogen schickt er an HofbuchhändlerSchwan in Mannheim, dessen Bekanntschaft er zufällig einmalgemacht. Verlegen wollen hat der das Buch auch nicht, aherals er es nun wieder liest, wohl zum ersten Male recht liest,wird ihm, er weiß nicht, wie 5 das Monstrum läßt dem Mannkeine Ruhe mehr, es treibt ihn um, es raubt ihm den Schlaf,der Kopf ist ihm heiß davon, es flammt darin das Wort „Ge-nie!“ . Er geht mit den Bogen zu Excellenz von Dalberg, demTheaterintendanten, und liest sie ihm vor. Er liest sie vor oderdrängt sie zum Lesen auf jedem, auf dessen Urteil es irgendankommt. Namentlich die Schauspieler — Iffland und Bock —zeigen sich aufgeregt. Von Dalherg wird unter Druck gesetzt,— und ohnehin ist auch ihm schon zu Mute, er weiß nicht, wie.Der vornehme Mann schreibt einen schmeichelhaften Brief anden Regimentsbader in Stuttgart, des Inhalts: wenn der Herr
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