Fanatismus der Leistung und eine so bösartige als me-lancholische Souveränität. Friedrich schrieb den „Anti-macchiavell", und das war nicht Heuchelei, sondern Lite-ratur. Er liebte den humanen Geist, die Vernunft, dietrockene Helligkeit, — liebte sie problematischerweise,aus der dämonischen und werkzeughaften Gebundenheitseines Wesens. So liebte er Voltaire, den Sohn des Gei-stes, den Vater der Aufklärung und aller antiheroischenZivilisation. Er küßte die magere Hand, welche schrieb:„Ich hasse alle Helden", und er selber ironisierte denKampf der sieben Jahre mit dem Worte „heroischeSchwachheiten". Aber er setzte auch schwarz auf weiß:Wenn er eine Provinz recht hart strafen wollte, so würdeer sie von Literaten regieren lassen; seine Aufgeklärtheitwar so oberflächlich, daß er sich für kugelfest hielt; undwenn er ausdrücken will, was ihn eigentlich bewogenhabe, die süße Ruhe eines der Literatur gewidmetenLebens gegen die furchtbaren Anstrengungen und blu-tigen Schrecken des Krieges einzutauschen, so spricht erzusammenfassend von einem „geheimen Instinkt". Waser so nennt, war stärker in ihm als die Literatur; es leitetesein Handeln, bestimmte sein Leben; und es ist durchauseine deutsche Lenkbarkeit, daß dieser geheime Instinkt,dies Element des Dämonischen in ihm überpersönlicherArt war: der Drang des Schicksals, der Geist der Ge-schichte.
Er war ein Opfer. Er meinte zwar, daß er sich geopferthabe: seine Jugend dem Vater, seine Mannesjahre dem