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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
Seite
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zu respektieren ist. Finanzminister Boden, ein verhaßterGeizkragen, bleibt. Von Vertrauensseligkeit, Lässigkeit,Sorglosigkeit auch nicht eine Spur. Jedem wird aufdie Finger gesehen wie nie zuvor. Damals war es, daßBaron von Pöllnitz, Oberzeremoniemeister, wörtlich denSeufzer tat:Ich wollte hundert Pistolen geben, wennich den alten Herrn wieder haben könnte!"

Kein irgendwie grundstürzender Systemwechsel also,keine Zügellockerung in der Verwaltung, keine neuenGesichter im Ministerium. Aber eines bleibt doch wohlsicher: Die verkörperte Zivilität ist zur Herrschaft gelangt,die Literatur im seidenen Schlafrock, der Korporal-stock hat abgewirtschaftet, mit dem Potsdamer Militaris-mus wird es gründlich zu Ende sein. Ja, freilich! Geradehier gibt es die vollkommenste Überraschung. Derschlappe und ziemlich wollüstige junge Philosoph ent-puppt sich zur allgemeinen Verblüffung als passionierterSoldat, welcher nicht daran denkt, das militärischeFundament des Staates zu schwächen. Iu schwächen?Er vermehrt die Armee um fünfzehn Bataillone, fünfSchwadronen Husaren (die er nach österreichischem Mustereinführt) und eine Schwadron Gardedukorps, womitsie nun also rund neunzigtausend Mann stark ist. Die Uni-form, früher ein vermaledeiter Sterbekittel, zieht er über-haupt nicht mehr aus. Sein Konservatismus geht so weit,daß er jede Veränderung in den Kommandostellen unter-läßt. DieHeeresorganisation ist einDenksteinderRegenten-weisheit von Unsers Höchstgeliebtesten Herrn Vaters