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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Man wird es verstehen, dass ich mit Liehe und Fleissdie Erscheinung der Frau heraufzurufen suche, mit der Adriankurze Zeit die Ehe einzugehen gedachte. In jener weisssei-denen Gesellschaftsbluse, die die Dunkelheit ihres Typs wohlallerdings mit einer gewissen Bewusstheit hob, habe auchich Marie zuerst gesehen, vorwiegend dann aber in einer ihreher noch bekömmlicheren einfachen Alltags- und Reisetrachtaus dunkelschottischem Stoff mit Lackgürtel und Perlmutter-knöpfen, - auch wohl in einem darüber gezogenen knielangenArbeitskittel, den sie anlegte, wenn sie an ihrem Reissbrettmit Graphit- und Buntstiften hantierte. Denn sie war Zeich-nerin - Adrian war schon im Voraus durch Frau Reiff darüberinformiert worden - entwerfende Künstlerin, die für kleinerePariser Opern- und Singspielbühnen die "Gälte Lyrique", dasalte "Thedtre du Trianon", Figurinen, Kostüme, Szenenbildererfand und ausarbeitete, die dann den Schneidern und Dekora-tionsmalern als Vorlage dienten. So beschäftigt, lebte dieaus Nyon am Genfer See Gebürtige mit tante Isabeau in denwinzigen Räumen einer Johnung der Ile de Paris. Der Rufaber ihrer Tüchtigkeit, Erfindungsgabe, kostümgeschichtli-chen Sachverständigkeit und ihres delikaten Geschmacks warim Wachsen, und nicht nur hatte ihr Aufenthalt in Zürichberuflichen Hintergrund, sondern sie erzählte ihrem Tisch-nachbarn zur Rechten auch, dass sie in einigen lochen nachMünchen kommen werde, dessen Schauspielhaus sie mit derAusstattung einer modernen Stil-Komödie betrauen wolle.

Adrian teilte seine Aufmerksamkeit zwischen ihr und derHausfrau, während ihm gegenüber der müde, aber glücklicheRudi mit "ma tante" schäkerte, die beim Lachen sehr leichtgutmütige Tränen vergoss und sich öfters gegen ihre Nichtevorbeugte, um ihr, nassen Angesichts und mit schluchzenderStimme, von den Redereien ihres Nachbarn etwas zu wiederho-len, das sie ihrer Meinung nach unbedingt hören musste. Marie

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