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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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schuldet nannten.

Das Paar hatte Schwerdtfegern zu sieh gebeten, bevor nochsein Name in den Blättern erschienen war, denn als Mäzenmit offener Hand war der alte Industrielle über musikalischBevorstehendes früher unterrichtet als alle Welt; und siehatten ungesäumt die Einladung auf Adrian ausgedehnt, sobaldihnen sein Kommen bekannt geworden. Die Wohnung war weit-läufig, sie bot reichlichen Gastraum, und tatsächlich fan-den die von Bern Eintreffenden Jeanette Scheurl schon an Ortund Stelle vor, die, wie alljährlich einmal, gleich für einpaar Wochen dort freundschaftlich einsass. Doch war nichtsie es, neben der, bei dem Souper, das nach dem Konzert einenkleinen Kreis Zugehöriger im Speisezimmer der Reiffs verei-nigte, Adrian seinen Platz hatte.

Die Spitze hielt der Hausherr, der einem alkoholfreienGetränk aus wundervoll geschliffenem Glase zusprach und star-ren Angesichts mit der dramatischen Sopranistin des Stadt-theaters an seiner Seite scherzte, einer machtvollen Prau,die sich im Laufe des Abends viel mit der geballten Paustauf den Busen schlug. Noch ein anderes Mitglied der Operwar da, der Helden-Baryton, Balte von Geburt, ein langer,dröhnend, aber intelligent redender Mann. Ferner, verstehtsich, der Veranstalter des Konzert-Abends, KapellmeisterSacher, dazu Dr. Andreae, ständiger Dixgent der Tonhalle, undder vortreffliche Musik-Referent der "Neuen Züricher Zeitung",Dr. Schuh, - alle diese mit ihren Damen. Am anderen Endeder Tafel sass rüstig Prau Reiff zwischen Adrian und Schwerdt-feger, die zu weiteren Nachbarinnen links und recht ein jun-ges oder noch junges und beruflich tätiges Mädchen, Mlle.Godeau, französische Schweizerin, und ihre Tante hatten, einegrundgutmütige, fast russisch anmutende alte Dame mit Schnurr-bärtchen, die von Marie (dies der Vorname der Godeau) "matante" oder "Tante Isabeau" angeredet wurde und allem Anschein

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