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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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lieh mir gehört hatte: er und Adrian nannten einander Du.

XXXIX

Armer Rudi! Kurz war der Triumph deiner kindischen Dämo-nie, denn sie hatte sich in dem Kraftfeld einer tieferen,verhängnisstärkeren verfangen, die sie schleunigst brach,verzehrte, zunichte machte. Unseliges "Du"! Weder kam esder blauäugigen Belanglosigkeit zu, die es für sich gewann,noch konnte derjenige, der sich dazu herbeiliess, umhin, die- mag sein - beglückende Erniedrigung zu rächen, die ihm da-mit geschehen war. Die Rache war unwillkürlich, prompt,kaltblickend und geheimnisvoll. Ich erzähle, ich erzähle.

In den letzten Tagen des Jahres 1924 fanden in Bern undZürich Wiederholungen des erfolgreichen Violin-Konzertesstatt, im Rahmen zweier Veranstaltungen des Schweizer "Kam-mer-Orchesters" , dessen Dirigent, Herr Paul Sacher, Schwerdt-feger unter sehr angenehmen Bedingungen dazu eingeladen hatte,nicht ohne den Wunsch auszudrücken, der Komponist möge denAufführungen durch seine Gegenwart ein besonderes Ansehengeben. Adrian widerstrebte; aber Rudolf wusste zu bitten,und das junge "Du" hatte damals Kraft genug, dem, was dakommen sollte, den Weg zu bahnen.

Das Konzert, im Zentrum eines Programms stehend, das deut-sche Klassik und Zeitgenössisch-Russisches einschloss, be-währte, dank der alles aufbietenden Hingabe des Solisten,in den beiden Städten, im Saal des Berner Konservatoriumsund in der Tonhalle von Zürich, seine Eigenschaften, diegeistigen und die kaptivierenden, aufs neue. Die Kritikvermerkte eine gewisse Uneinheitlichkeit des Stiles, ja desNiveaus, und auch das Publikum verhielt sich ein wenig spröder,

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