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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ordentlich distinkt, fest, klar artikuliert und verständig,obgleich sein Atem dabei vor Asthma pfiff. - In der Kunstvielleicht doch. Auf diesem Gebiet darf oder soll man sichwohl in der Tat vor dem Nichts-als-Sinnlichen fürchten undsich seiner schämen, denn es ist das Gemeine, nach der Bestim-mung des Dichters: "Gemein ist alles, was nicht zum Geistespricht und kein anderes, als ein sinnliches Interesse er-regt."

- Sin nobles Wort, versetzte Adrian. - Man tut sehr gut,es eine Weile nachklingen zu lassen, bevor man das Geringstedagegen erinnert.

- Und was würden Sie erinnern? wollte der Gelehrte wis-sen.

Adrian hatte ein Achselzucken und eine Mundbewegung, dieungefähr ausdrückte: "Ich kann nichts für die Tatsachen",bevor er sagte:

- Der Idealismus lässt ausser acht, dass der Geist durch-aus nicht nur von Geistigem angesprochen wird, sondern vonder animalischen Schwermut sinnlicher Schönheit aufs tiefsteergriffen werden kann. Sogar der Frivolität hat er schonHuldigungen dargebracht. Philine ist doch am Ende nur einHürchen, aber Wilhelm Meister, der seinem Autor nicht garfern steht, zollt ihr eine Achtung,, mit der die Gemeinheitsinnlicher Unschuld offen geleugnet wird.

- Die Betulichkeit und die Duldsamkeit gegen das Zweideu-tige, erwiderte der Numismatiker, - sind nie als die vorbild-lichsten Züge im Charakter unseres Olympiers angesehen worden.Im übrigen kann man wohl eine Gefahr für die Kultur darinsehen, wenn der Geist vor dem Gemein-Sinnlichen ein Auge zu-drückt oder gar damit blinzelt.

- Wir denken offenbar verschieden über die Gefahr.

- Nennen Sie mich doch gleich einen Hasenfuss!

- Bewahre Gott! Ein Ritter der Furcht und des Tadels

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