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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ist kein Feigling, sondern eben ein Ritter. Alles, wofürich eine Lanze brechen möchte, ist eine gewisse Grosszügig-keit in Dingen künstlerischer Moralität. Man gewährt sie,oder gönnt sie sich, wie mir scheint, in anderen Künstenbereitwilliger, als in der Bdusik. Das mag recht ehrenvollsein für diese, aber es verengt ihr bedenklich das Lebensfeld.Was bleibt von dem ganzen Kling-Klang denn übrig, wenn manden rigorosesten geistig-moralischen Massstab anlegt? Einpaar reine Spektren von Bach. Es bleibt vielleicht überhauptnichts Hörbares übrig.

Der Diener kam mit Whisky, Bier und Sodawasser auf rie-sigem Theebrett.

- Wer wollte den Spielverderber machen, sagte Kranichnoch und wurde dafür von Bullinger mit schallendem Bravo!auf die Schulter geschlagen. Für mich, und wohl noch füreinen und den anderen unter den Gästen, war der Wortwechselein rasch aufspringendes Duell zwischen gestrenger Mittel-mässigkeit und leidender Tieferfahrenheit im Geiste gewesen.Ich habe aber diese Gesellschaftsszene hier eingeschaltet- nicht nur, weil ich ihre Beziehungen zu dem Konzert-Stück,an dem Adrian damals arbeitete, so stark empfinde, sondernauch, weil sich mir gleich damals diejenigen aufdrängtenzu der Person des jungen Mannes, auf dessen hartnäckigesBetreiben es geschrieben wurde, und für den es in mehr alseinem Sinne einen Erfolg bedeutete.

Wahrscheinlich ist es mein Schicksal, nur steif und trok-ken-grüblerisch über das Phänomen im Allgemeinen sprechenzu können, das Adrian mir eines Tages als eine erstaunlicheund immer etwas unnatürliche Alterierung des Verhältnissesvon Ich und Nicht-Ich kennzeichnete - das Phänomen der Liebe.Hemmungen der Ehrfurcht vor dem Geheimnis überhaupt und derpersönlichen Ehrfurcht noch obendrein, kommen hinzu, mirden Mund zu verschliessen oder doch mich wortkarg zu machen

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