von - für mich - unschätzbarem Wert und von grösster Schön-heit. Der ziselierte Reif selbst war alt, Renaissance-Ar-beit» der Stein ein grossflächig geschnittenes Prachtexemplardes hellgrünen Ural-Smaragd, herrlich zu schauen. Man konn-te sich denken, dass der Ring einst die Hand eines Kirchen-fürsten geschmückt hatte, - die heidnische Inschrift, dieer trug, sprach kam gegen diese Vorstellung. Der Härte desEdel-Berylls nämlich, seiner oberen Schleiffläche, warenin feinsten griechischen Lettern zwei Verse eingraviert, dieman auf deutsch ungefähr wie folgt wiedergeben kann:
"Welch ein Beben durchfuhr den Lorbeerbusch desApollon!
Beben das ganze Gebälk! Unheilige, fliehet! Ent-weichet!"
Es fiel mir nicht schwer, diese Verse als die Anfangsworteeines Apollon-Hymnus des Kallimachos zu lokalisieren. Siebeschreiben mit heiligem Schrecken die Anzeichen einer Epi-phanie des Gottes bei seinem Heiligtum. Die Schrift hattein ihrer Winzigkeit vollkommene Schärfe bewahrt. Etwas ver-wischter erschien das darunter eingeschnittene vignettenar-tige Wahrzeichen, das sich, am besten unter der Lupe, alsgeflügelt-schlangenhaftes Ungeheuer bestimmen liess, dessenhervorschiessende Zunge die ausgebildete Gestalt einesPfeiles hatte. Mich liess das mythologische Phantasma an dieSchuss- oder Bisswunde des Chryseischen Philoktet, dazu anden Hamen denken, den Äschylos einmal dem Pfeile gibt:"Zischende geflügelte Schlange", aber auch an die Beziehung,die zwischen den Gesdhossen des Phöbus und dem Sonnen-strahle besteht.
Ich kann bezeugen, dass Adrian sich über das bedeutende,aus fremder, teilnehmender Weite ihm zugekommene Geschenkkindlich freute, es ohne Bedenken annahm und sich zwar an-deren nie damit zeigte, aber den Brauch, oder soll ich sagen:
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