Fant mit minder soliden Absichten rühmlos bei ihr abgefah-ren, auch ein oder der andere öffentlich Urteilende, derihr hätte nützlich werden können, sich aber natürlich fürdie Niederlage durch höhnische Herabsetzung ihrer Leistungrächte. Dann endlich ereilte das Schicksal sie doch undmachte ihr Naserümpfen kläglich zuschanden: ich sage "klägflieh”, weil der Bezwinger ihrer Magdschaft seines Siegesdurchaus nicht würdig war und von Clarissa selbst auch kei-neswegs als seiner würdig erachtet wurde: ein pseudo-dämoni-scher Spitzbart. Schürzenjäger, Coulissen-Habitufe und Pro-vinz-Viveur, der zu Pforzheim als Rechtsanwalt, Kriminal-verteidiger wirkte, für seine Eroberung ausgestattet mitnichts als einer billig menschenverächterischen Suada, fei-ner Wäsche ünd viel schwarzen Haaren auf den Händen. SeinerRoutine erlag eines Abends nach dem Spiel, wahrscheinlichim Weinrausch, die stachlichte, im Grunde aber unerfahreneund wehrlose Spröde, - zu ihrem grössten Zorn, ihrer stür-mischen Selbstverachtung; denn der Verführer hatte ihre Sinnezwar einen Augenblick hinzunehmen gewusst, aber sie empfandnichts für ihn ausser dem Hass, den sein Triumph ihr erreg-te, und der eine gewisse Verwunderung ihres Herzens ein-schloss darüber, dass er sie, Glarissa Rodde, zu Palle zubringen verstanden hatte. Durchaus, und mit Hohn dazu, ver-weigerte sie sich seitdem seiner Begierde, - in Ängsten nurimmer, er möchte unter die Leute bringen, dass sie seine Ge-liebte gewesen, womit, als Druckmittel, der Mensch ihr damalsschon drohte.
Unterdessen hatten sich der Gequälten, Enttäuschten, Ge-demütigten erlösende menschliche und bürgerliche Aussichteneröffnet. Der sie ihr bot, war ein junger elsässischer In-dustrieller, der zuweilen in Geschäften von Strassburg nachPforzheim herüberkam, in grösserem Kreis ihre Bekanntschaftgemacht und sich sterblich in die schöngestaltige und spöt-
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