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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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zweiten eröffnet, - einem Stück kosmischer Sphärenmusik,eisig, klar, gläsern-durchsichtig, zwar herb dissonant, dabeiaber von einer, ich möchte 3agen: unzugänglich-überirdischenund fremden, das Herz mit Sehnsucht ohne Hoffnung erfüllendenLieblichkeit des Klanges. Und dieses Stück, das auch Wider-strebende gewonnen, gerührt, entrückt hat, ist für den, derOhren hat, zu hören, und Augen, zu sehen, nach seiner musika-lischen Substanz das Teufelsgelächter noch einmal! Überallist Adrian Leverkühn gross in der Verungleichung des GleichenMan kennt seine Art, ein Fugenthema schon bei erster Beant-wortung rhythmisch so zu modifizieren, dass es- trotz striktbewahrter Thematik als Wiederholung nicht mehr erkennbar ist.So hier - aber nirgend so tief, geheim und gross, wie hier.Jedes Wort, das die Idee des "Hinüber", der Verwandlung roystisehen Sinnes, also der Wandlung, anklingen lässt: Transforma-tion, Transfiguration, ist hier als genau zu begrüssen. Daszuvor vernommene Schrecknis ist zwar in dem unbeschreibli-chen Kinderchor in eine gänzlich andere Lage übertragen,zwar völlig uminstrumentiert und umrhythmisiertf aber indem sirrenden, sehrenden Sphären- und Engelsgetön ist keineKote, die nicht, streng korrespondierend auch in dem Höllen-gelächter vorkäme.

Das ist Adrian Leverkühn ganz. Es ist ganz die Musik,die er repräsentiert, und die Stimmigkeit ist als Tiefsinn,die zum Geheimnis erhobene Berechnung. So hat eine schmerz-haft auszeichnende Freundschaft mich die Musik zu sehen ge-lehrt, obgleich ich, der eigenen schlichten Natur nach, viel-leicht gern etwas anderes in ihr gesehen hätte.

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