; i- f --fr -'•■-C-'W -fr
ÖSStt.J__
als ich es bin, die Tränen in die Augen treiben könnten,da sie wie eine inständige Bitte um Seele sind? Man verzei-he mir die gewissermassen ins Blaue gerichtete Polemik, aberBarbarei, Unmenschlichkeit sehe ich darin, ein solches Ver-langen nach Seele - das Verlangen der kleinen Seejungfrau -Seelenlosigkeit zu nennen?
Ich schreibe es in ergriffener Abwehr nieder, - und eineandere Ergriffenheit packt mich: die Erinnerung an das Pan-dämonium des Lachens, das Höllengelächter, das, kurz, abergrässlich, den Abschluss des ersten Teils der "Apocalipsis"bildet. Ich hasse, liebe und fürchte es; denn - man verzeihedies allzu persönliche "denn”! - immer habe ich Adrians Nei-gung zum Lachen gefürchtet, der ich, anders als Rüdiger Schild-knapp, stets schlecht zu sekundieren wusste, - und dieselbeFurcht, dieselbe scheue und sorgende Unbeholfenheit empfindeich bei diesem durch 50 Takte hinfegenden, mit dem Gekichereiner Einzelstimme beginnenden und rapide um sich greifen-den, Chor und Orchester erfassenden, unter rhythmischen Um-stürzen und Konterkarierungen zum Tutti-Portissimo grauen-haft anschwellenden, überbordenden, sardonischen GaudiumGehennas, dieser aus Johlen, Kläffen, Kreischen, Meckern,Röhren, Heulen und Wiehern schauderhaft gemischten Salve vonHohn- und Triumphgelächter der Hölle. So sehr verabscheueich, an und für sich genommen, diese durch ihre Stellungim Ganzen noch besonders hervorgehobene Episode, diese Winds-braut infernalischer Lachlust, dass ich mich kaum überwundenhätte, sie hier zur Sprache zu bringen, wenn nicht geradesie auch wieder, im Zusammenhang, mir das tiefste Geheimnisder Musik, welches ein Geheimnis der Identität ist, auf einedas Herz stocken lassende Weise offenbart hätte.
Denn das Höllengelächter am Schlüsse des ersten Teils hatja sein Gegenstück in dem so ganz und gar wundersamen Kinder-chor, der, von einem Teil-Orchester begleitet, sogleich den
561