getäfelten alten Zimmers mit seinem weitschweifigen Kronleuch-ter, dem beschlagenen Wandschränkchen, den flachen lederkissenauf der Eckbank und der tiefen Fensternische herumwandelnund über Deutschland perorieren, - mehr für mich selbst undallenfalls für Schildknapp, als für Adrian, von dem ich keinAchtgeben erwartete. Gewohnt zu lehren und zu reden, bin ich,einige Erwärmung meines Gemütes vorausgesetzt, kein schlech-ter Sprecher; ich höre mich sogar nicht ungern und habe einegewisse Freude daran, wie das Wort sich mir zu Gebote hält.Wicht ohne lebhafte Gestikulation stellte ich es Rüdiger an-heim, meine Worte dem Kriegsfeuilletonismus zuzurechnen, andem er sich so ärgerte; aber ein wenig psychologische Anteil-nahme an der - rührender Züge keineswegs entbehrenden - Cha-raktergestalt, als welche die historische Stunde das sonstmultiforme deutsche Yfesen habe erstehen lassen, müsse nachmeiner Meinung als natürlich erlaubt sein, und in letzterAnalyse sei es die Psychologie des Durchbruchs, um die essich dabei handle.
- Bei einem Volk von der Art des unsrigen, trug ich vor,
- ist das Seelische immer das Primäre und eigentlich Motivie-rende; die politische Aktion ist zweiter Ordnung, Reflex,Ausdruck, Instrument. Was mit dem Durchbruch zur Weltmacht,zu dem das Schicksal uns beruft, im Tiefsten gemeint ist,das ist der Durchbruch zur Welt - aus einer Einsamkeit,deren wir uns leidend bewusst sind, und die durch keine ro-buste Verflechtung ins Welt-Wirtschaftliche seit der Reichs-gründung hat gesprengt werden können. Das Bittere ist, dassdie empirische Erscheinung des Kriegszuges annimmt, was inWahrheit Sehnsucht ist, Durst nach Vereinigung...
- Gott segne eure studia! hörte ich hier Adrian mit halberStimme und kurzem Auflachen sagen. Er hatte nicht von seinenNotenblättern dabei aufgeblickt.
Ich blieb stehen und sah ihn an, ohne dass er sich darum
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