Man brauche ihn nur etwa mit Fabrikant Bullinger zusammenzu sehen, der sich so Ungeheures auf seinen Reichtum zugutetue und spottweise zu trällern pflege:
"Ein frohes Herz, gesundes Blutist besser, als viel Geld und Gut",nur um die Leute noch neidischer auf sein Geld zu machen,
- wenn man des Unterschiedes inne werden wollte. Aber seinesWertes immer gewahr und sich desselben bewusst zu bleiben,erschwere Rudolf einem durch seine Nettigkeit, seine Kokette-rie, sein gesellschaftliches Stutzertum, überhaupt seineLust am Gesellschaftlichen, das doch eigentlich etwas Fürch-terliches sei. Ob ich nicht fände, fragte sie, dass diesesganze aufgeräumte und schmuckhafte Künstlerwesen hier am Orte,das zierliche Biedermeierfest zum Beispiel, im Cococello-Club, das wir neulich mitgemacht hätten, in einem quälendenKontrast stände zu der Traurigkeit und Verdächtigkeit desLebens. Ob ich es nicht auch kennte, das Grauen vor dergeistigen Leere und Nichtigkeit, die bei einer durchschnitt-lichen "Einladung" herrschten, in grellem Gegensatz zu derdamit verbundenen fieberhaften Erregung infolge des Y/eins,der Musik und des Unterstroms von Beziehungen zwischen denMenschen. Manchmal könne man mit Augen sehen, wie Einer sichmit Jemandem unter mechanischer ‘Wahrung der gesellschaftli-chen Formen unterhalte und dabei mit seinen Gedanken völligabwesend sei, nämlich bei einer anderen Person, die er beob-achte.. , Und dabei der Verfall des Schauplatzes, das fort-schreitende Derangement, das aufgelöste und unsaubere Bildeines Salons gegen Ende der "Einladung". Sie gestehe, dasssie manchmal in ihrem Bett eine Stunde lang weine nacheiner Gesellschaft...
So sprach sie noch weiter, äusserte mehr allgemeinen Kummerund Kritizismus und schien Rudolf vergessen zu haben. Alssie aber auf ihn zurückkam, hatte man wenig Zweifel, dass er
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