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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ihr auch zwischendurch nicht aus dem Sinn gekommen war.

Wenn sie von seinem gesellschaftlichen Stutzertum spreche,sagte sie, so meine sie etwas sehr Harmloses, worüber manlachen könne, das aber gelegentlich doch auch wieder melan-cholisch stimme. So komme er in Gesellschaft immer als Letz-ter, aus dem Bedürfnis, auf sich warten zu lassen, immerdie anderen auf sich. Bann trage er der Konkurrenz, dergesellschaftlichen Eifersucht Rechnung, indem er erzähle, dasser gestern da und da gewesen sei, bei Langewiesches, oderwie seine Freunde hiessen; bei Rollwagens, wo die beiden ras-sigen Töchter seien. ("Wenn ich das Wort "rassig" höre, wirdmir schon angst und bange".) Aber entschuldigend, beschwich-tigend erwähne er das, in dem Sinne etwa: "Einmal musste ichmich auch dort wieder sehen lassen", - wobei man sicher seinkönne, dass er bei jenen spreche, wie hier, da er jedermannin die Illusion zu wiegen wünsche, er sei am liebsten mit ihm,

- gerade als ob jeder das grösste Gewicht darauf legen müsste.Aber seine Überzeugung, dass er jedem eine Herzensfreude da-mit bereite, habe etwas Ansteckendes. Er komme um 5 Uhr zumThee und sage, dass er versprochen habe, zwischen 72 6 und

6 Uhr irgendwo anders zu sein, bei Langewiesches oder Rollwa-gens, was garnicht wahr sei. Danach bleibe er bis 72 7, zumZeichen, dass er hier lieber sei, gefesselt sei, dass dieanderen warten könnten - und sei so sicher dabei, dass einendas freuen müsse, dass man sich womöglich wirklich darüberfreue.

Wir lachten, aber ich tat es mit Zurückhaitung, da ichGram zwischen ihren Brauen sah. Dabei sprach sie, als hiel-te sie es für nötig - oder hielt sie es wirklich für nötig?

- mich vor Schwerdtfegers Liebenswürdigkeiten, d.h. davorzu warnen, ihnen allzu viel Gewicht beizulegen. Es habenichts damit auf sich. Zufällig habe sie wohl einmal auseiniger Entfernung Wort für Wort mit angehört, wie er jemanden,

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