solcher, zu dem die Welt in einem rein moralischen, nichtin einem ästhetisch gereizten Verhältnis steht; daher ihrVertrauen zu mir. Ich muss aber sagen, dass ich die Schwe-stern etwas ungleich bediente und meine Meinungsauskünfteüber den Freier Institoris doch ein wenig nach der Personder Fragerin einrichtete. Im Gespräch mit Glarissa ging ichweit mehr aus mir heraus, äusserte mich über die Motive seinerzögernden (übrigens ja nicht einseitig zögernden) Wahl alsPsychologe und scheute mich nicht, mich über den die "bruta-len Instinkte" vergötternden Schwachmatikus mit ihrem Ein-verständnis ein wenig lustig zu machen. Anders, wenn Inesselbst mich befragte. Dann nahm ich Rücksicht auf Gefühle,die ich pro forma bei ihr voraussetzte, ohne doch eigentlichan sie zu glauben, Rücksicht also vielmehr auf die Vernunfts-gründe, aus denen sie aller Voraussicht nach den Mann hei-raten würde, und sprach mit gehaltener Achtung von seinensoliden Eigenschaften, seinem Wissen, seiner menschlichenSauberkeit, seinen vortrefflichen Aussichten. Meinen Wortenhinlängliche Wärme zu geben, und auch wieder nicht zuvieldavon, war eine heikle Aufgabe ; denn gleich verantwortungsvollschien es mir, das Mädchen in ihren Zweifeln zu bestärkenund ihr das Obdach zu verleiden, nach dem es sie verlangte,wie sie zu überreden, dass sie sich, diesen Zweifeln entgegen,darunter begäbe; ja dann und wann wollte mir, aus einem be-sonderem Grunde, das Zureden noch verantwortungsvoller schei-nen, als das Abraten.
Sie hatte nämlich meistens bald genug davon, meine Mei-nung über Helmut Institoris zu hören und ging weiter in ih-rem Vertrauen, verallgemeinerte es gewissermassen, indem siemein Urteil auch über andere Personen unseres Kreises hörenwollte, zum Beispiel über Zink und Spengler, oder, dass ichnoch ein Beispiel nenne, über Schwerdtfeger. Wie ich über seinGeigenspiel dächte, wollte sie wissen, über seinen Charakter;
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