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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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einen Wunsch (ich glaube, es handelte sich um eine Kartefür Jeanette Scheurl) geäussert hatte, gegen dessen ErfüllungSchwer!tfeger dies oder das einzuwenden hatte.

- Ja, Rudolf! Hopp! rief sie. - Um Gotteswillen, was istdenn? Muss man Ihnen Beine machen?

- Nein doch, das muss man gamicht, erwiderte er. - Ichbin doch gewiss... Nur...

- Da gibt es kein "Nur", trumpfte sie von oben herab, halbhumoristisch, halb ernstlich strafend. Und Adrian sowohl

wie Schwerdtfeger lachten, - dieser, indem er seine bekannteJungengrimmasse mit dem Mundwinkel, der Schulter vollführteund alles zu ordnen versprach.

Es war, als ob Clarissa in Rudolf eine Art von Bewerbersah, der zu "springen" hatte; und tatsächlich bemühte er sichja beständig in der naivsten und zutraulich-unabschreckbarstenWeise um Adrians Gunst. Wegen des wirklichen Bewerbers, des-jenigen, der um ihre Schwester warb, suchte sie mich öftersum meine Meinung auszuholen, - was übrigens in zarterer,scheuerer Weise, gleich wieder zurückzuckend gleichsam undso, als wollte sie hören und auch wieder nichts hören undwissen, Ines selber ebenfalls tat. Beide Schwestern hattenVertrauen zu mir, das heisst: sie schienen mir den Wert bei-zulegen, der dazu befähigt und berechtigt, andere zu bewerten,wozu allerdings, das Vertrauen zu vollenden, auch noch eingewisses Ausserhalb des Spieles Stehen, eine ungetrübte Neu-tralität gehört. Die Rolle des Vertrauten ist immer zugleichwohltuend und schmerzlich, denn man spielt sie ja immer nurunter der Voraussetzung, dass man selber nicht in Betrachtkommt. Aber wieviel besser ist es doch, habe ich mir oftgesagt, der 'Welt Vertrauen einzuflössen, als ihre Leidenschaf-ten zu erregen! Wieviel besser, ihr "gut", als ihr "schön"zu erscheinen!

Ein "guter Mensch", das war in Ines Roddes Augen wohl ein

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