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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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punkt der Schönheit, sagte er, sei nicht der Wille zu lohen,sondern die Gabe und diese allein als verdienstlich anzuspre-chen. Die Anstrengung sei pöbelhaft, vornehin allein unddarum allein auch verdienstvoll, was aus Instinkt, unwill-kürlich und mit Leichtigkeit geschehe. Nun war der guteRudi gar kein Held und Überwinder und hatte seiner Lebtagnie etwas getan, was ihm nicht leicht gefallen wäre, wiezum Beispiel, und hauptsächlich, sein ausgezeichnetes Violin-spiel. Aber was der andere da sagte, ging ihm doch gegen dasGemüt, und obgleich er dunkel fühlte, dass es eine irgendwie"höhere", ihm nicht zugängliche Bewandtnis damit habe,wollt* er es sich nicht bieten lassen. Hit entrüstet aufge-worfenen Lippen blickte er in Institoris* Gesicht, und seineblauen Äugen bohrten sich abwechselnd in dessen rechtes undlinkes,

- Nein, wie denn, das ist doch Unsinn, sagte er eher leiseund gedrückt, worin sich andeutete, dass er seiner Sachenicht so ganz sicher war. - Verdienst ist Verdienst, und Gabeist eben keines. Du sprichst immer von Schönheit, Doktor,aber es ist doch sehr schön, wenn einer es über sich gewinntund es besser macht, als es ihm von Natur gegeben ist. Wassagst du, Ines?, wandte er sich hilfesuchend an diese, eineAnfrage, in der nun wieder völlige Naivität sich äusserte,denn er hatte keine Ahnung von der Grundsätzlichkeit, mit

der Ines Rodde in solchen Dingen entgegengesetzter Meinungwar, als Helmut.

- Du hast recht, antwortete sie, indem eine feine Röteihr Gesicht überzog. - Jedenfalls, gebe ich dir recht.

Die Gabe ist belustigend, aber in dem Worte "Verdienst"liegt eine Bewunderung, die ihr und überhaupt dem Instink-tiven nicht zukommt.

- Da hast du*s! rief Schwerdtfeger triumphierend, undInstitoris lachte zurück:

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