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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Uun, Institoris schrie nicht, er sprach vielmehr leiseund lispelnd, seihst wenn er die italienische Renaissanceals eine Zeit verkündete, die "von Blut und Schönheit ge-raucht" habe. Und er war auch nicht schwindsüchtig, hattehöchstens, wie fast jedermann, in früher Jugend eine leich-te Tuberkulose durchgemacht. Aber zart und nervös war er,litt am Sympathikus, dem Sonnengeflecht, von dem so vieleBeängstigungen und verfrühte Todesgefühle ausgehen, und warStammgast eines Sanatoriums für reiche Leute in Meran.Sicherlich versprach er sich - und versprachen seine Ärzteihm - von dem Gleichmass eines gepflegten Ehelebens aucheine Stärkung seiner Gesundheit.

Winter 1913-14 also näherte er sich unserer Ines Roddeauf eine Weise, die erraten liess, dass es auf eine Verlo-bung hinauslaufen würde. Diese liess zwar noch eine geraumefeile, bis in die erste Kriegszeit hinein, auf sich warten:Ängstlichkeit und Gewissenhaftigkeit auf beiden Seiten dran-gen wohl auf längere, sorgfältige Prüfung der Präge, ob manauch wirklich für einander geboren sei. Aber eben dieseFrage schien, wenn man das "Pärchen", sei es im Salon derSenatorin, wo Institoris sich schicklich eingeführt hatte,oder auf öffentlichen Festen, oft in gesondertem Plauderwin-kel, bei einander sah, zwischen ihnen, in direkten Wortenoder nicht, erörtert zu werden, und der beobachtende Menschen-freund, der etwas wie eine Vor- und Probeverlobung schwe-ben sah, fühlte sich unwillkürlich gehalten, an diese Er-örterung innerlich teilzunehmen.

Dass Helmut gerade auf Ines seine Augen geworfen, darübermochte man sich wundern, um es am Ende doch ganz wohl zu ver-stehen. Ein Renaissance-Weib war sie nicht, - nichts weni-ger als das in ihrer seelischen Gebrechlichkeit, mit ihremverhängten Blick voll distinguierter Trauer, ihrem schrägvorgeschobenen Hälschen und ihrem zu schwacher und prekärer

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