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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Gefahren einer Volkszählung etwa hatte er nichts mehr gewusstund durch die Veranstaltung einer solchen einen schwerenbiologischen Schlag, eine Epidemie, ein Sterben herbeigeführt,als voraussehbare Reaktion der metaphysischen Volkskräfte.

Denn ein echtes Volk ertrug einfach nicht solche mechanisie-rende Registrierung, die numerierende Auflösung des dynami-schen Ganzen in gleichartige Einzelne...

ts war Breisachern nur lieb, dass eine Dame einschalte-te, sie habe garnicht gewusst, dass eine Volkszählung einesolche Sünde sei.

- Sünde?? erwiderte er in übertriebenem Frageton. Wein,in der echten Religion eines echten Volkes kämen solche matttheologischen Begriffe wie "Sünde" und "Strafe" in ihrembloss noch ethischen CausalZusammenhang garnicht vor. Umwas es sich handle, sei die Causalität von Fehler und Be-triebsunfall. Religion und Ethik hätten nur insofern etwasmiteinander zu tun, als diese den Verfall der ersteren darstel-le. Alles Moralische war ein "rein geistiges" Missverständ-nis des Rituellen. Gab es etwas Gottverlasseneres als das"Rein Geistige"? Den charakterlosen Veitreligionen sei esVorbehalten geblieben, aus dem "Gebet", sit venia verbo,

eine Bettelei, ein Gnadengesuch, ein "Ach du Herr" und "Gott,erbarme dich", ein "Hilf" und "Gib" und "Sei so gut" zu ma-chen. Das sogenannte Gebet...

- Pardon! sagte von Riedesel, diesmal mit wirklichem Nach-druck. - Alles was recht ist, aber das "Helm ab zum Gebet"war mir immer...

- Das Gebet, vollendete Dr. Breisacher unerbittlich, -ist die vulgarisierte und rationalistisch verwässerte Spät-form von etwas sehr Energischem, Aktiven und Starken: dermagischen Beschwörung, des GottesZwanges.

Der Baron tat mir wahrhaft leid. Seinen Kavalierskonserva-^ivismus übertrumpft zu sehen durch das fürchterlich gescheite

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