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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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gen Nationalgottes, dieses Inbegriffs der metaphysischen Volks-kraft zur Predigt eines abstrakten und allgemeinmenschlichenGottes im Himmel, von der Volksreligion also zur Allerwelts-religion. Dess zum Beweise brauchen wir nur die skandalöseBede nachzulesen, die er nach Fertigstellung des ersten Tem-pels hielt, und worin er fragte: "Kann denn Gott bei denMenschen auf Erden wohnen?" - als ob nicht Israels ganze undalleinige Aufgabe darin bestünde, Gott eine Wohnung, ein Zeltzu schaffen und mit allen Mitteln für seine ständige Anwesen-heit zu sorgen. Salomo aber entblödet sich nicht, zu dekla-mieren: "Die Himmel fassen dich nicht, wieviel weniger diesHaus, das ich gebaut habe!" Das ist Geschwätz und der Anfangvom Ende., nämlich von der entarteten Gottesvorstellung derPsalmenpoeten, bei denen Gott bereits vollständig in denHimmel verbannt ist, und die beständig von Gott im Himmelsingen, wo doch der Pentateuch den Himmel als Sitz der Gott-heit garnicht kennt. Dort geht der Elohim dem Volk in einerPeuersäule voran, dort will er im Volke wohnen, im Volke um-hergehen und seinen Schlachttisch haben, - um das dünne undmenschheitliehe Spätwort "Altar" zu vermeiden. Sollte man esfür möglich halten, dass ein Psalmist Gott fragen lässt:

"Esse ich denn das Fleisch der Stiere und trinke ich dasBlut der Böcke?" So etwas Gott in den Mund zu legen ist nunschon einfach imerhört, ein Schlag impertinenter Aufklärungins Gesicht des Pentateuch, der das Opfer ausdrücklich als"das Brot", also als die wirkliche Nahrung Jahwes bezeich-net.. Es ist nur ein Schritt von dieser Frage, aber auchschon von den Redensarten des weisen Salomo, bis zu Maimo-nides, dem angeblich grössten Rabbiner des Mittelalters, einemAristotelischen Assimilanten in Wahrheit, der es fertig bringt,die Opfer als eine Konzession Gottes an die heidnischen In-stinkte des Volkes zu "erklären", ha, ha! Gut, das Opfervon Blut und Fell, das einst, gesalzen und mit Reizgerüchen

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