salon, und Rudi Schwerdtfeger pfiff dazu mit einer bis zurLächerlichkeit erfreulichen Kunstfertigkeit: Ich habe dasspäter auch bei Roddes und Schlaginhaufens gehört und mirvon ihm erzählen lassen, wie er schon als ganz kleiner Junge,bevor er Violinunterricht bekam, diese Technik auszubildenbegonnen und sich im reinen Nachpfeifen vernommener Musik-stücke, fast wo er ging und stand, geübt, auch später an demErworbenen immer fortentwickelt hatte. Es war glänzend, -eine kabarettreife Fertigkeit, die fast mehr imponierte alssein Geigenspiel, und für die er organisch besonders glück-lich angelegt sein musste. Die Kantilene war höchst angenehm,mehr von Violin- als von Flötencharakter, die Phrasierungmeisterhaft, und die kleinen Noten kamen, im staccato wiein der Gebundenheit, nie oder fast nie versagend, mit ergötz-licher Präzision. Kurzum, es war vorzüglich, und die Verei-nigung des Schusterbubenhaften, das nun einmal dieser Tech-nik anhaftet, mit dem künstlerisch Ernstzunehmenden erregteeine besondere Heiterkeit. Unwillkürlich applaudierte manlachend, und auch Schwerdtfeger lachte knabenhaft, indem erdie Schulter in den Kleidern rückte und mit dem Mundwinkeljene kurze Grimasse vollführte.
Dies also waren Adrians erste Gäste in Pfeiffering. Undbald denn nun auch kam ich selbst und wandelte an seinerSeite Sonntags um seinen Weiher und den Rohmbühel hinauf.
Nur den Winter noch, nach seiner Rückkehr von Italien, verlebteich fern von ihmj zu Ostern 1913 hatte ich meine Anstellungam Freisinger Gymnasium erreicht, wobei mir das katholischeBekenntnis meiner Familie zustatten gekommen war. Ich ver-liess Kaisersaschem und siedelte mit Weib und Kind an denStrand der Isar über, an diesen würdigen Ort und vielhundert-jährigen Bischofssitz, t/o ich ; in bequemem Kontakt mit derHauptstadt und also auch mit meinem Freunde, einige Kriegs-monate ausgenommen, mein Leben verbrachte und der Tragödie
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