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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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seine Niederlassung in Pfeiffering völlig in Einsamkeit ver-grub und vom "Kulturleben" abschnitt. Selbst wenn er eineabendliche Veranstaltung, ein Akademie-Konzert oder ein sol-ches der Zapfenstösser-Kapelle, eine Opem-Aufführung oder ei-ne Gesellschaft - auch das kam vor - besuchte, stand ihm ein11 Uhr-Zug zur nächtlichen Heimkehr zur Verfügung. Freilichdurfte er dann nicht auf Abholung von der Station durchSchweigestillsches Fuhrwerk rechnen; Abmachungen mit einemWaldshuter Fuhrgeschäft galten in solchen Fällen, und übrigensliebte er es sogar, in klaren Winternächten den Weg am Weiherentlang zum schlummernden Schweigestill-Hof zu Fuss zu machen,wobei er dem um diese Stunde der Kette ledigen Kaschperl oderSuso von weitem ein Zeichen zu geben wusste, damit er nichtLärm schlüge. Er tat es auf einem durch Schraubwerk umzu-stimmenden Metallpfeifchen, dessen oberste Töne von so extremhoher Schwingungszahl waren, dass das menschliche Ohr sie selbstin der Nähe kaum aufnahm. Dagegen wirkten sie sehr starkund aus erstaunlich weiter Ferne auf das ganz anders gearteteTrommelfell des Hundes, und Kaschperl verhielt sich mucks-mäuschen-still, wenn der geheime, sonst von niemandem vernom-mene Laut durch die Nacht zu ihm gedrungen war.

Es war Neugier, es war aber auch die Anziehungskraft,die meines Freundes kühl verschlossene, ja, in Hochmut scheuePerson auf so manchen ausübte, dass umgekehrt bald auch die-ser und jener Besuch aus der Stadt sich in seinem Refugiumeinfand. Ich will Schildknappen den Vortritt lassen, dener in Wirklichkeit besass: Natürlich war er der Erste, derherüber kam, um zu sehen, wie Adrian es an der gemeinsam aus-findig gemachten Stätte triebe; und in der Folge, besonderszur Sommerszeit, verbrachte er oft das Wochenende bei ihmin Pfeiffering. Zink und Spengler sprachen zu Rade vor,denn Adrian hatte, zu Einkäufen in der Stadt, die Roddes inder Bambergstrasse wieder begrüsst, und durch die Töchter