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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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hatten die Malerfreunde von seiner Rückkehr gehört, seinenAufenthalt erfahren. Aller Vermutung nach war die Initiativezu dem Besuch in Pfeiffering bei Spengler gewesen, denn Zink,als Maler begabter und antriebsvoller, als jener, aber mensch-lich viel -unfeiner, hatte gar keinen Sinn für Adrians Wesenund war gewiss eben nur, als der Unzertrennliche, dabei, -österreichisch einschmeichelnd, mit "Küss die Hand" und fal-scher Jessasja-Bewunderung für alles, was man ihm zeigte, imGrunde feindselig. Seine Ölownerieen, die possierlichenWirkungen, die er aus seiner langen Hase, seinen dicht bei-einander liegenden, die Frauen lächerlich hypnotisierendenAugen zog, verfingen nun wieder bei Adrian nicht, so dankbarempfänglich der sonst für das Komische war. Es leidet aberdieses unter der Eitelkeit; und dann war da bei dem fauni-schen Zink eine schon langweilige Art, im Gespräch auf jedesWort aufzupassen, ob ihm nicht ein geschlechtlicher Doppelsinnbeizulegen sei, in den er einhaken konnte, - eine Manie, dieAdrian, wie Zink wohl merkte, auch nicht eben entzückte.

Spengler, blinzelnd und ein Grübchen in der Wange, lachteherzlich meckernd bei diesen Zwischenfällen. Das Geschlecht-liche amüsierte ihn in einem literarischen Sinn; sexus undGeist hingen ihm eng zusammen, - was an sich nicht falsch ist.Seine Bildung (wir wissen es ja), sein Sinn für Verfeinerung,Esprit, Kritik gründete in seinem akzidentellen und malheur-haften Verhältnis zur geschlechtlichen Sphäre, der körper-lichen Festlegung darauf, die das reine Pech und für seinTemperament, seine Leidenschaftlichkeit in dieser Beziehungweiter garnicht charakteristisch war. Lächelnd plauderte er,in der Art jener ästhetischen Kultur-Epoche, die heute sotief versunken scheint, von künstlerischen Vorkommnissen,literarischen und bibliophilen Erscheinungen, referierteMünchener Stadtklatsch und verweilte sehr drollig auch beieiner Geschichte, wie der Grossherzog von Weimar und der

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