habe, gellen*s, Herr Leverkühn? Dies aber sei ein Ort desVerständnisses, wenn auch nicht der Kultur. Und was die braveFrau sonst noch sagte.
Zwischen ihr und Adrian wurden damals im Stehen und Um-hergehen Abmachungen getroffen, die, unerwartet vielleichtfür beide, auf neunzehn Jahre sein äusseres Leben ordnen soll-ten. Es wurde der Dorfschreiner gerufen, dass er in derAbtstube zuseiten der Tür den Raum ausmässe für Borte zurAufnahme von Adrians Büöhern, nicht höher jedoch, als diealte Holzverkleidung unter der Ledertapete; auch wurde dieElektrifizierung des Kronleuchters mit den Wachskerzenstummelngleich ausgemacht. Noch diese und jene Veränderung erfuhrmit der Zeit das Zimmer, dem es bestimmt war, die Geburt sovieler, der öffentlichen Kenntnisnahme und Bewunderung heutenoch mehr oder weniger vorenthaltener Meisterwerke zu sehen.Ein fast die Fläche füllender Teppich bedeckte bald, im Win-ter nur allzu notwendig, die schadhaften Bretterdielen; undzu der, ausser dem Savonarola-Sessel vorm Arbeitstisch, dieeinzige Sitzgelegenheit bildenden Eckbank kam, ohne Stilzär-telei, die nicht Adrians Sache war, schon nach einigen Tagenein sehr tiefer, mit grauem Sammt bezogener, bei Bernheimerin München erworbener Lese- und RuheStuhl, ein löblichesStück, das im Verein mit dem heranzuschiebenden Fussteil,einem Kissen-Taburett, eher den Namen der "Chaiselongue”verdiente, als der übliche Diwan, und seinem Besitzer fastzwei Jahrzehnte lang gute Dienste leistete.
Die Einkäufe (Teppich und Stuhl) in dem Ausstattungspalastam Maximiliansplatz erwähne ich teilweise zu dem Zweck, umdeutlich zu halten, dass dem Verkehr mit der Stadt durchreichliche Zugverbindungen, darunter mehrere Schnellzüge,die weniger als eine Stunde brauchten, bequemer Vorschubgeleistet war und Adrian sich denn doch nicht, wie die Aus-drucksweise Frau Schweigestills vermuten lassen könnte, durch