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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Uhr sollte ihm einzeln aufgedeckt sein, am besten im grossenZimmer vorn (dem Bauernsaal mit der Nike und dem Tafelklavier),meinte Frau Schweigestill, das ihm ohnehin auch nach Bedarf zurVerfügung stehe. Und sie versprach leichte Kost» Milch,

Eier, geröstetes Brot, Gemüsesuppen, ein gutes rotes Beef-steak mit Spinat zu Mittag und hinterdrein eine handlicheOmelette mit Apfel-Marmelade darin, kurz Dinge, die nährtenund dabei einem heikligen Magen genehm seien, wie also demseinen.

- Der Magen, mei' Liaba, das ist meist garnet der Magen,es ist der Kopf, der heiklige, angestrengte Kopf, der woeinen so grossen Einfluss hat auf den Magen, auch wenn demselbst gar nichts fehlt, wie man es ja an der Seekrankheitkenne und an der Migräne... Aha, Migräne habe er manchmalund zwar recht schwer? Sie habe sichs doch gedacht! Siehabe sichs tatsächlich vorhin schon gedacht, als er im Schlaf-zimmer die Läden und die Verdunkelungsmöglichkeit so genauuntersucht habe; denn Dunkelheit,im Dunkeln liegen, Nacht,Finsternis, überhaupt kein Licht in die Augen, das sei jadas Rechte, solang die Misere daure, und dazu recht starkenThee, recht sauer von viel Gitrone. Frau Schweigestill warnicht unbekannt mit der Migräne, - will sagen: sie selbsthatte sie nie gekannt, wohl aber hatte ihr Max in früherenJahren periodisch daran gelitten; mit der Zeit habe bei ihmsich das Übel verloren. Von Entschuldigungen des Gastesseiner Infirmität wegen, und dass er mit seiner Person sozu-sagen einen Quartalspatienten ins Haus geschmuggelt habe,wollte sie nichts hören und sagte nur: "A, geh! dazu.

Irgend etwas dergleichen, meinte sie, habe man sich dochgleich denken müssen; denn wenn Einer wie er sich von dort,wo - die Kultur vor sich gehe, nach Pfeiffering zurückziehe,so werde er ja»seine Gründe dafür haben, und offenbar handlees sich denn doch um einen Fall, der Anspruch auf Verständnis

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