sehen stöte, dann "stet", das ist: "ruhig" und "unbeweglich").Der Hund tobte weiter, und Adrian, nachdem er eine Weile lä-chelnd hinübergesehen, ging zu ihm heran. "Suso, Suso",sagte er, ohne die Stimme zu erheben, mit einer gewissenerstaunt mahnenden Betonung, und siehe: wohl rein unter demEinfluss des beschwichtigend •summenden Lautes, kam fast ohneÜbergang das Tier zur Ruhe und liess es zu, dass der Beschwö-rer die Hand ausstreckte und sanft seine von alten Beisserei-en narbige Schädeldecke streichelte, wobei es mit seinen gel-ben Augen in tiefem Ernst zu ihm emporblickte.
- Mut ftaben's, Respekt! sagte Frau Else, als Adrian zumTor zurückkehrte. - Die meisten Leut haben Angst vor demViech, und wenn es sich anstellt, wie eben, kann man's auchkeinem verdenken. Der junge Lehrer vom Dorf, der sonst zuden Kindern kam - o mei, er war bloss ein Krischperl - sagtejedesmal: "Den Hund, Frau Schweigestill, fiacht i nämlich!"
- Ja, ja! lachte Adrian kopfnickend, und sie gingen insHaus, in die Knaster-Atmosphäre, gingen hinauf in den Ober-stock, wo die Frau ihn in das ihm zugedachte Schlafzimmer
am weissen, modrig riechenden Gang einführte, mit dem buntenSpind, dem hoch auf gemachten Bett. Man hatte ein Übrigesgetan und noch einen grünen Lehnstuhl hineingestellt mit einerPlickendecke zu Füssen davor auf dem fichtenen Boden. Gereonund faltpurgis stellten die Handkoffer dorthin.
Schon hier und auf dem Wege die Treppe wieder hinab be-gannen die Verabredungen für des Gastes Bedienung und Lebens-ordnung, die dann in der Abtsstube drunten, diesem charakter-voll altvaterischen Raum, von dem Adrian längst innerlichBesitz ergriffen hatte, fortgesetzt und festgelegt wurden: dergrosse Krug heissen Wassers am Morgen, der starke Kaffes imSchlafzimmer, die Stunde der Mahlzeiten, - Adrian sollte sienicht mit der Familie nehmen, man hatte das nicht erwartet,auch lagen für ihn die Zeiten zu früh? um ein einhalb und acht
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