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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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bergende Aktenmappe und die Gummiwanne geholten, die ihm schonin Italien das Bad ersetzt hatte, fuhr er vom StarnbergerBahnhof in einem der Personenzüge, die nicht nur in Waldshut,sondern, zehn Minuten später, auch in Pfeiffering halten, ansein Ziel, indem er zwei Kisten mit Büchern und Utensiliender Pracht überliess. Es ging der Oktober zu Ende, das Wet-ter, noch trocken, war rauh schonunds&üster. Die Blätter fie-len. Der Sohn des Hauses Schweigestill, Gereon, derselbe,der die neue Düngerstreu-Maschine eingeführt hatte, ein eherunverbindlicher und kurz angebundener, aber offenbar seinerAngelegenheiten sicherer junger Ackerbürger erwartete vor derkleinen Station den Gast auf dem Bock eines Ghar d bancs, dashoch von Gestell und hart gefedert war, und liess, währendder Träger die Handkoffer einlud, die Peitschenschnur überden Rücken des Gespanns, zweier muskulöser Braunen, spielen.

Es wurden auf der Fahrt nicht viele Worte gewechselt. DenRohmbühel mit seinem Baumkranz, den grauen Spiegel des Klam-merweihers hatte Adrian schon vom Zuge aus wiedergesehen;jetzt ruhte sein Auge von nahebei auf diesen Erscheinungen.Bald war das Klosterbarock von Haus Schweigestill in Sicht;im offenen Viereck des Hofes beschrieb das Gefährt einenBogen um die im Wege stehende Ulme herum, deren Blätter zumguten Teil schon auf der sie einfassenden Rundbank lagen.

Frau Schweigestill stand mit Clementine, ihrer Tochter,einem braunäugigen Landmädchen in züchtig bäuerlicher Tracht,vor dem Haustor mit dem geistlichen Wappen. Ihre Begrüssungs-worte gingen unter in dem Gebell des Kettenhundes, der vorAufregung in seine Schüsseln trat und fast seine strohbelegteHütte von der Stelle gerissen hätte. Es fruchtete nichts,dass sowohl Mutter wie Tochter wie auch die beim Abladen desGepäcks behilfliche mistfüssige Stallmagd (Waltpurgis) ihmihr "Geh, Kaschperl, sei stat!" zuriefen (das im Dialektstehen gebliebene althochdeutsche st&ti, im Mittelhochdeut-

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