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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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er ihre Sache sein und freue sich auf die Abtsstube. Überdrei Tage wolle er einziehen.

Und so geschah es. Adrian benutzte seinen kurzen Aufent-halt in der Stadt zu Verabredungen mit einem ihm empfohlenen(ich glaube: von Kretzschmar empfohlenen) Kopisten, erstemFagottbläser des Zapfenstösser-Orchester, Griepenkerl mitHamen, der sich durch diesen Nebenberuf ein Stück Geld ver-diente, und liess einen Teil der Partitur von "Loves LabourLost" schon in seinen Händen zurück. Ganz fertig war er inPalestrina mit seinem Werk nicht geworden, instrumentiertenoch an den beiden letzten Akten, war auch mit der sonatenföIP-migen Ouvertüre noch nicht im Reinen, deren ursprünglicheKonzeption sich ihm durch die Einführung jenes frappierendenund'der Oper selbst ganz fremden, in der Wiederholung und imSchluss-Allegro eine so geistvolle Rolle spielenden Nebenthe-mas stark verändert hatte, und hatte überdies viel Mühe mitder Eintragung der Vortrags- und Tempobezeichnungen, die erwährend des Komponierens über weite Strecken hin anzumerkenversäumt hatte. Übrigens war mir klar, dass es nicht zufäl-lig mit der Beendigung seines italienischen Aufenthaltesund dem Abschluss des Werkes nicht hatte stimmen wollen.

Selbst wenn er bewussterweise nach dieser Koinzidenz gestrebthatte, war sie nach heimlicher Absicht nicht zustande gekommen.Viel zu sehr war er der Mann des Semper idem und der Selbst-behauptung gegen die Umstände, um es als wünschenswert anzu-sehen, bei einem Szenenwechsel des Lebens mit der im vorigenZustand betriebenen Sache rein zu Rande gekommen zu sein.

Besser, um der inneren Kontinuität willen, sei es, so sagteer selbst, in die neuen Verhältnisse einen Rest der den altenzugehörigen Beschäftigung mitzubringen und innerlich Neueserst ins Auge zu fassen, wenn das äusserlich Neue Routinegeworden sei.

Mit seinem niemals schweren Gepäck, zu dem eine die Partitur

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