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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Knieen das Buch des Christen? Ist nicht anders: Muss inmeiner Empörung das Luder verjagt und meine Hüllen ins Neben-zimmer zurückgetragen haben, bevor der Gefährte kam.

XXVI

Es ist tröstlich, mir sagen zu können, dass der Leser denausserordentlichen Umfang des vorigen Abschnittes, der jadie beunruhigende Seitenzahl des Kapitels über KretzschmarsVorträge noch beträchtlich übertrifft, nicht mir wird zurLast legen dürfen. Die damit verbundene Zumutung liegt aussermeiner Autorenverantwortung und darf mich nicht kümmern.

Adrians Niederschrift irgend einer erleichternden Redaktionzu unterwerfen; das "Zwiegespräch (man beachte die prote-stierenden Gänsefüssehen, mit denen ich dies Wort versehe,ohne mir freilich zu verhehlen, dass sie ihm nur einen Teildes ihm innewohnenden Grauens zu entziehen vermögen) - diesGespräch also in einzeln« bezifferte Paragraphen aufzulösen,konnte keine Rücksicht auf die ermüdbare Rezeptionsfähigkeitdes Publikums mich bewegen. Mit leidvoller Pietät hatte ichein Gegebenes wiederzugeben, es von Adrians Notenpapier inmein Manuskript zu übertragen; und das habe ich nicht nurWort für Wort, sondern, ich darf wohl sagen: Buchstaben fürBuchstaben getan, - oft die Feder niederlegend, oft zu mei-ner Erholung mich unterbrechend, um mit gedankenschwerenSchritten mein Arbeitszimmer zu durchmessen oder mich, dieHände über der Stirn gefaltet, aufs Sofa zu werfen, sodassmir tatsächlich, wie sonderbar das klingen möge, ein Kapitel,das ich nur zu copieren hatte, nicht schneller von der somanches Mal zitternden Hand gegangen ist, als irgend einfrüheres eigener Composition.

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