bieten haben. Sie ist im Grunde nur eine Fortsetzung desextravaganten Daseins. Um es in zwei Worten zu sagen: ihrWesen, oder, wenn du willst, ihre Pointe ist, dass sie ihrenInsassen nur die Wahl lässt zwischen extremer Kälte und einerGlut, die den Granit zum Schmelzen bringen könnte, - zwischendiesen beiden Zuständen flüchten sie brüllend hin und her,denn in dem einen erscheint der andre immer als himmlischesLabsal, ist aber sofort und in des Wortes höllischster Bedeu-tung unerträglich. Das Extreme daran muss dir gefallen.
Ich: - Es gefällt mir. Unterdessen möchte ich euch davorwarnen, euch meiner allzu sicher zu fühlen. Eine gewisseSeichtheit eurer Theologie könnte euch dazu verführen. Ihrverlasst euch darauf, dass der Stolz mich an der zur Rettungnotwendigen Zerknirschung hindern wird und stellt dabei nichtin Rechnung, dass es eine stolze Zerknirschung gibt. DieZerknirschung Gains, der der festen Meinung war, seine Sündesei grösser, als dass sie ihm je verziehen werden möchte.
Die contritio ohne jede Hoffnung und als völliger Unglaubean die Möglichkeit der Gnade und Verzeihung, als die felsen-feste Überzeugung des Sünders, er habe es zu grob gemacht,und selbst die unendliche Güte reiche nicht aus, seine Sündezu verzeihen, - erst das ist die wahre Zerknirschung, undich mache euch darauf aufmerksam, dass sie der Erlösung amallernächsten, für die Güte am allerunwiderstehlichsten ist.Ihr werdet zugeben, dass der alltäglich-mässige Sünder derGnade nur mässig interessant sein kann. In seinem Pall hatder Gnadenakt wenig Impetus, er ist nur eine matte Betäti-gung. Die Mittelmässigkeit führt überhaupt kein theologischesLeben. Eine Sündhaftigkeit, so heillos, dass sie ihren Mannvon Grund aus am Heile verzweifeln lässt, ist der wahrhaft the-ologische Weg zum Heil.
Er: - Schlaükopf! Und woher will deinesgleichen die Ein-falt nehmen, die naive Rückhaltlosigkeit der Verzweiflung,
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