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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Hessen, gezwungen sind, die allerschmutzigsten zu gebrau-chen. Ein Teil ihrer Qual und Schandlust besteht darin,über die äusserst schmutzigsten nachzudenken.

Ich: - Erlaubt, dies ist das erste Wort, das ihr mirüber die Art der Leiden sagt, die die Verdammten dort zu er-dulden haben. Bemerkt gefälligst, dass ihr mir eigentlichnur über die Effekte der Höllen gelesen habt, nicht aberüber das, was nun der Sache nach und in der Tat die Verdamm-ten dort zu erwarten haben.

Er: - Deine Neugier ist knabenhaft und indiskret. Ichstelle das in den Vordergrund, bin aber recht wohl dessengewahr, mein Guter, was sich dahinter verbirgt. Du versuchst,mich auszufragen, um dir bange machen zu lassen, bange vor derHölle. Denn der Gedanke an Umkehr und Rettung, an dein so-genanntes Seelenheil, an Rückzug von der Promission lauertbei dir im Hintergründe, und du trachtest darnach, dir dieattritio cordis, die Herzensangst vor dem Dortigen zuzuziehen,von der du wohl gehört haben magst, dass durch sie der Menschdie sogenannte Seligkeit erlangen könne. Lass dir sagen,dass das eine völlig veraltete Theologie ist. Die Attritions-lehre ist wissenschaftlich überholt. Als notwendig erwiesenist die contritio, die eigentliche und wahre protestantischeZerknirschung über die Sünde, die nicht bloss Angstbussenach der Kirchenordnung, sondern innere, religiöse Umkehrbedeutet, - und ob du deren fähig bist, das frage dich selbst,dein Stolz wird die Antwort nicht schuldig bleiben. Je län-ger, je weniger wirst du fähig und willens sein, dich zurcontritio herbeizulassen, sintemal das extravagante Dasein,das du führen wirst, eine grosse Verwöhnung ist, aus derman nicht mir nichts, dir nichts ins Mittelmässig-Heilsamezurückfindet. Darum, zu deiner Beruhigung sei es gesagt,wird dir denn auch die Hölle nichts wesentlich Neues, - nurdas mehr oder weniger Gewohnte, und mit Stolz Gewohnte,zu

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