einem zwanghaften, um Kunstfehler unbekümmerten Drange desDichters entspringt, persönliche Erfahrungen unterzubringenund sich, passe es oder nicht, dichterisch dafür zu rächen.Rosaline, wie der Verliebte nicht müde wird, sie zu schildernist die dunkle Dame der zweiten Sonettenreihe, die Ehrendameder Elisabeth, Shakespeares Geliebte, die ihn mit dem schönenjungen Freunde betrog; und das "Stück Reimerei und Schwermut"mit dem Biron zu jenem Prosa-Monolog auf der Bühne erscheint"Well, she has one o' my sonnets already" - ist eines von de-nen, die Shakespeare an diese schwarzbleiche Schöne richtete.Wie kommt auch Rosaline dazu, auf den scharfzüngigen unddurchaus fidelen Biron des Stückes ihre Weisheit anzuwenden;
"Der Jugend Blut brennt nicht mit solcher Glut
als Ernst, einmal empört zur Sinnenwut"?
Er ist ja jung und garnicht "ernst" und keineswegs die Persondie Anlass zu der Betrachtung geben könnte, wie kläglich esist, wenn Weise zu Narren werden und all ihre Geisteskraftdaren setzen, der Albernheit den Schein des Wertes zu verlei-hen. Biron fällt im Munde Rosalines und ihrer Freundinnenvöllig aus der Rolle, er ist nicht Biron mehr, sondern Shake-speare in seinem unseligen Verhältnis zur dunklen Dame; undAdrian, der die Sonette, dies grundsonderbare Trio von Dich-ter, Freund und Geliebter, in einer englischen Taschenausgabeimmer bei sich hatte, war bei seinem Werk von Anfang an be-strebt gewesen, den Charakter seines Biron jener ihm teuerenDialogstelle anzupassen und ihm eine Musik zu geben, die ihn
- in gehöriger Relation zu dem karikierenden Stil des Ganzen
- als "ernst" und geistig bedeutend, wahrhaft als das Opfereiner beschämenden Leidenschaft kennzeichnet.
Das war schön, und ich lobte es sehr. Übrigens, wievielGrund zum Lobe und zu freudiger Verblüffung gab es nichtauch sonst, bei dem, was er uns spielte! Es Hesse sich imErnst darauf anwenden, was der gelehrte Silbenstecher Holo-