und zu schade wiederum, ihn zu verwässern, diente uns, unse-ren Durst zu stillen. Ihm zuzusprechen, ermahnte uns diePadrona mit den Worten: “Trinkt! Trinkt! Pa sangue il vino.“Doch verwies ihr Alfonso diese Lehre als Aberglauben.
Die Nachmittage führten uns auf schönen Spaziergängen,bei denen manch herzliches Lachen über Rüdiger Schildknappsangelsächsische Spässe erscholl, talwärts, auf von Maulbeer-büschen gesäumten Wegen, ein Stück in das wohlbestellte Landhinaus, mit seinen Ölbäumen und Weinguirlanden, seinen inGütchen aufgeteilten Pruchtfeldern, von Mauern eingefasst,in denen fast monumentale Eingangstore sich eröffneten.
Muss ich sagen, wie sehr mich, den das Wiederzusammenseinmit Adrian ohnedies bewegte, der klassische Himmel, an demwährend der Wochen unseres Aufenthaltes kein Wölkchen er-schien, die antikische Stimmung wieder beglückte, die überdem Lande lag und je und je, in einem Brunnenrand, einer male-rischen Hirtengestalt, in dem dämonischen Pan-Haupt einesZiegenbocks bildhaft wurde? Es versteht sich, dass Adriannur mit lächelndem Kopfnicken, nicht ohne Ironie, das Ent-zücken meines Humanistenherzens teilte. Diese Künstler gebenwenig acht auf eine umgebende Gegenwart, die zu der Arbeits-welt, in der sie leben, nicht in direkter Beziehung steht,und in der sie folglich nicht mehr, als einen indifferenten,der Produktion mehr oder weniger günstigen Lebensrahmen sehen.- Wir blickten gegen den Sonnenuntergang, wenn wir zum Städt-chen zurückkehrten, und eine ähnliche Pracht des Abendhimmelshabe ich nie gesehen. Eine ölig dick aufgetragene Goldschichtschwamm, von Karmesin umgeben, am westlichen Horizont, -durchaus phänomenal und so schön, dass der Anblick die Seelewohl mit einem gewissen Übermut erfüllen konnte. Dennochwar es mir leise unlieb, wenn Schildknapp, auf die wundervol-le Darbietung hinweisend, sein "Besichtigen Sie jenes!" riefund Adrian in das dankbare Lachen ausbrach, das Rüdigers
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