dumpfe Betrachtungen bei Tische gewöhnt. Adrian und Schild-knapp nahmen sie schon überhaupt nicht mehr wahr.
Die Brüder der Hausfrau, von denen ich sprach, und zwi-schen denen sie dem Alter nach ungefähr die Mitte hielt,waren: der Advokat Ercolano Manardi, meist kurz und mit Ge-nugtuung l’avocato genannt, der Stolz der sonst ländlichschlichten und ungelehrten Familie, ein Mann von sechzig, mitstruppigem grauen Schnurrbart und heiser heulender Stimme,die mühsam ansetzte wie die eines Esels, - und Sor Alfonso,der Jüngere, etwa Mitte 40, von den Seinen vertraulich "Alfo"angeredet, ein Landmann, den wir, von unserem NachmittagsSpa-ziergang in die Gampagna nach Hause zurückkehrend, auf sei-nem kleinen Langohr, die Füsse beinahe am Boden, unter einemSonnenschirm und dieblaue Schutzbrille auf der Nase, vondeinen Feldern heimreiten sahen. Der Advokat übte allemAnschein nach seinen Beruf nicht mehr aus, sondern las nurnoch die Zeitung, - dies allerdings unausgesetzt, wobei ersich an heissen Tagen erlaubte, in seinem Zimmer bei offenerTür in Unterhosen zu sitzen. Er zog sich dadurch die Missbil-ligung Sor Alfos zu, der fand, dass der Rechtsgelehrte -"qest’uomo" sagte er, bei solcher Gelegenheit - sich zuvieldamit herausnähme. Laut tadelte er hinter dem Rücken des Bru-ders, die herausfordernde Lizenz und liess sich nicht umstim-men durch die begütigenden Worte der Schwester, die vorbrach-te dass die Vollblütigkeit des Advokaten und die Gefahr, inder er schwebe, durch die Hitze einen apoplektischen Anfallzu erleiden, ihm eine leichte Bekleidung zur Notwendigkeitmache. Dann solle quest’uomo wenigstens die Tür geschlossenkalten, versetzte Alfo, statt sich in so überbequemem Zustandden Blicken der Seinen und der distinti forestieri auszuset-zem. Höhere Bildung rechtfertige nicht eine so anmassendeNachlässigkeit. Es war klar, dass eine gewisse Animosität desContadino gegen das studierte Familienmitglied sich hier
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