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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Stadtleute nicht ungerecht sein? immer gehe es Ausnahmen,vielleicht heimliche Ausnahmen, und Direktor Stiglmayer, umihn wieder zu nennen, habe durch den Ankauf jenes schwermü-tigen Bildes viel Verständnis, und zwar nicht nur künstleri-sches, bewiesen.

Hierauf bot sie ihren Gästen Kaffee und Pfundskuchen an,aber Schildknapp und Adrian wollten die ihnen verbleibendeZeit lieber dazu benutzen, einen Blick auf Haus und Hof zuwerfen, wenn sie so freundlich sein wolle, sie ihnen zu zeigen.

- Gern,sagte sie. - Hur schad', dass mein Max (das warHerr Schweigestill) draussen ist auf dem Felde mit Gereon,das ist unser Sohn. Sie wollten eine neue Düngerstreu-Maschine ausprobieren, die der Gereon angeschafft hat. Müs-sen die Herren fei vorlieb nehmen mit mir.

Das könne man nicht vorlieb nehmen nennen, antworteten sieund gingen mit ihr durch das gediegene Haus, sahen gleichvorn die Familienwohnstube an, wo der Pfeifenknastergeruch,den man überall spürte, am eingesessensten war; und weiterhindann die Abtsstube, einen sympathischen Raum, nicht gar grossund hinter dem Stil der AusSenarchitektur des Hauses etwaszurück, im Charakter eher von 1600 als von 1700, getäfelt,mit teppichlosem Bretterboden und einer gepressten Ledertapeteunter der Balkendecke, mit Heiligenbälderh an den Wänden derflachgewölbten Fensternische und in Bleiringe gefassten Schei-ben, in welche Vierecke aus bunter Glasmalerei eingelassenwaren; mit einer Wandnische, in der ein kupferner Wasserkes-sel über einem ebensolchen Becken hing, und einem Wandschrank,der mit eisernen Spangen und Schlössern beschlagen war. Esgab eine Eckbank, mit Lederkissen belegt, und einen schwereneichenen Tisch nicht weit vom Fenster, kastenartig gebaut,fflit tiefen Schubladen unter der polierten Platte. Sie zeigteein vertieftes Mittelstück, einen höheren Rand, und ein ge-schnitztes Studienpult war ihr aufgesetzt. Darüber schwebte

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