sondern, wenn sie Ernst sage, meine sie eher das Schwere desLebens, seine dunklen Seiten. Übrigens wollte sie der (Jattungder Kunstmaler nicht Unrecht tun, denn ihr Mieter von damals,zum Beispiel, habe schon gleich eine Ausnahme von der Vergnügt-heit gemacht und sei ein sehr stiller, verschlossener Manngewesen, eher von schwerem Mut, - danach hätten ja auch seineBilder, die Moorstimmungen und einsamen Waldwiesen im Nebel,ausgesehen, ja man dürfe sich wundern, dass Direktor Stigl-mayer sich eines davon, und gerade das allerdüsterste, zumKauf ausersehen habe: er müsse, obgleich Pinanzmann, selbsteinen Stich ins Melancholische haben.
Aufrecht, den braunen, nur leicht melierten Scheitel glattund fest angezogen, sodass man die weisse Kopfhaut sah, inihrer gewürfelten Wirtschaftsschürze, eine ovale Brosche amrunden Halsausschnitt, sass sie bei ihnen, die kleinen, wohl-geformten und tüchtigen Hände, deren rechte den glatten Ehe-reif trug, auf der Tischplatte zusammengefügt.
Sie habe die Künstler gern, sagte sie in ihrer mit '‘halt"und'fei" und "Gellen’s ja?* 1 dialekthaft gefärbten, aber dochrecht geläuterten Sprechweise, denn sie seien Leute von Ver-ständnis, und Verständnis sei im Leben das Allerbeste undWichtigste, - die Lustigkeit der Kunstmaler beruhe im Grundewohl auch darauf, es gebe eben eine lustige und eine ernsteArt des Verständnisses, und noch nicht heraus sei, welcherder Vorzug gebühre. Vielleicht sei das Passendste etwasDrittes: ein ruhiges Verständnis. Künstler müssten natürlichin der Stadt leben, weil dort die Kultur statthabe, mit dersie es zu tun hätten? eigentlich aber gehörten sie mit Bauers-leuten, die in der Natur und darum dem Verständnis näher leb-ten, viel richtiger zusammen, als mit den Stadtbürgern, derenVerständnis entweder verkümmert sei, oder die es um der bürger-lichen Ordnung willen unterdrücken müssten, was aber eben aufVerkümmerung hinauslaufe. Sie wolle aber auch gegen die
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